Leichte Delle bei der Arbeitszeit: Ältere ziehen gegen den Strom

Nachdem die durchschnittliche Arbeitszeit pro Person in Deutschland über lange Zeit wuchs, zeigt sie neuerdings leicht nach unten. Im Jahr 2023 arbeiteten Männer und Frauen noch gemeinsam 28,8 Stunden pro Woche – ein Rekord. 2025 aber ist dieser Wert um 0,4 Stunden gefallen, wie neue Berechnungen des BiB anhand des Mikrozensus zeigen.

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Unterm Strich bedeutet dieser kleine statistische Rückgang, dass rund 460.000 Vollzeitstellen rechnerisch fehlen. Besonders deutlich ist: Vor allem Männer und jüngere beziehungsweise mittlere Erwachsene arbeiten weniger. Über 60-Jährige hingegen buckeln gegen den Trend und legen sogar noch zu. Über Jahre hinweg war in Deutschland ein Zuwachs der durchschnittlichen Arbeitszeit gemessen worden – bis in die 2020er hinein. Jetzt verliert das Tempo, insbesondere bei Männern; sie sind von 33,5 Stunden pro Woche im Jahr 2019 auf nun 32,6 Stunden 2025 zurückgefallen. "Wenn's wirtschaftlich hapert, fällt meist auch die Arbeitszeit – das sieht man gerade wieder", analysiert Harun Sulak vom BiB. Allerdings: Im Vergleich zu Krisen wie nach der Wiedervereinigung wirkt diese Entwicklung bislang eher moderat. Ein Grund dafür: Frauen leisten mit etwa 24 Wochenstunden ziemlich konstant ihre Arbeit. Die Erklärung führt direkt in die berufliche Realität – vor allem in wachsenden Feldern wie Bildung, Pflege oder Sozialarbeit ist der Mangel an Personal spürbar. Und dort arbeiten eben überwiegend Frauen – diese Branchen leiden weniger unter dem Konjunkturabschwung. Interessant wird es beim Blick auf die unterschiedlichen Altersklassen: Die Arbeitszeit der 25- bis 54-Jährigen sinkt, die Älteren ab 60 legen zu. Vermutlich, weil das Rentenalter nun Stück für Stück nach hinten verschoben wird, rücken mehr Menschen jenseits der 60 in die Arbeitswelt oder bleiben länger drin. Auch nach Bildung macht sich der Wandel bemerkbar: Wer wenig Abschluss hat, arbeitet am wenigsten, einfach weil es für sie seltener Jobs gibt. Besser Qualifizierte dagegen arbeiten tendenziell kürzer, nehmen dafür aber häufiger Teilzeit oder Elternzeit in Anspruch – oft sind es die Männer, die sich an diese neuen Modelle wagen. "Weil die alte Gesellschaft weiter altert, werden uns bald weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen", warnt Sebastian Klüsener vom BiB. "Gerade deshalb wird die Messung der tatsächlichen Arbeitszeit pro Kopf für den Arbeitsmarkt immer wichtiger." Man fragt sich fast, ob das nur ein erster Vorgeschmack auf das ist, was uns noch bevorsteht.

Die Arbeitszeit pro Erwerbstätigem in Deutschland ist jüngst leicht gefallen, nachdem sie jahrelang gestiegen war. Besonders betroffen sind Männer und Jüngere, während Ältere – getrieben durch das höhere Renteneintrittsalter – mehr arbeiten. Fachkräftemangel in frauendominierten Branchen, Bildungsniveau und die gesellschaftliche Bewegung hin zu flexibleren Arbeitsmodellen wie Teilzeit und Elternzeit, vor allem auch unter Männern, tragen zusätzlich zur Dynamik bei. Aus aktuellen Online-Recherchen: Fachleute betonen aktuell verstärkt, dass schrumpfende Belegschaften die Arbeit stärker auf weniger Schultern verteilen und dies die Produktivität wie auch die Attraktivität des Standortes Deutschland langfristig beeinflussen könnte. Zudem weisen Berichte darauf hin, dass Homeoffice-Optionen und neue rechtliche Regelungen, wie das jüngste Urteil zur verpflichtenden Erfassung von Arbeitszeit, das Arbeitsverhalten signifikant verändern – etwa durch mehr Zeitsouveränität, aber auch ein wachsendes Bewusstsein für die eigenen Grenzen und Work-Life-Balance. Verschiedene Quellen diskutieren außerdem, dass der Trend zu mehr Erwerbstätigkeit älterer Menschen teils wirtschaftlicher Notwendigkeit, teils aber auch einem Wandel in der Einstellung zum Ruhestand geschuldet ist.

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