Erst scheint es wie eine kleine Geste, doch plötzlich rückt sie ins Rampenlicht: Wolfgang Kubicki, der Streithammel der FDP, und Ricarda Lang, Frontfrau der Grünen, haben sich für eine Baumpflanzaktion am Berliner Gendarmenmarkt verabredet.
Einladung mit Tiefgang
Kubicki hatte in besagter ntv-Diskussionsrunde keinerlei Scheu, die spontane Einladung von Lang zu akzeptieren – und das nicht nur als politischen Schachzug, sondern tatsächlich mit Schaufel und Gummistiefeln. Die Aktion soll nicht bloß medial gut aussehen, sondern echte Symbolik für mehr Grün ins Zentrum der Hauptstadt bringen.Grün vs. Asphalt
Hintergrund der Pflanzaktion war eine hitzige Debatte – nicht über Baumarten, sondern über die alte Frage: Braucht die Stadt mehr Bäume oder mehr Autos? Lang warf der FDP vor, gerne mit dem Auto-Argument jede neue Grünfläche auszubremsen. Kubicki konterte energisch: Kein Liberaler sei je gegen Stadtbäume gewesen, im Gegenteil – wären da nicht die vielen betonierten Flächen, hätte man schon längst gepflanzt.Klimaanpassung ist mehr als Symbolpolitik
Interessant finde ich, wie beide betonen, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zwei Paar Schuhe sind, die aber ein gemeinsamer Weg führen muss. Die Sommerhitze in der Innenstadt ist längst kein Science-Fiction-Thema mehr. Gerade deswegen sollen Bäume spenden – nicht nur Schatten, sondern vielleicht auch ein Zeichen für den breiteren gesellschaftlichen Konsens.Nicht ohne offene Fragen
Die Einigkeit wirkt fast tröstlich, aber seien wir ehrlich: Bei der Frage, wie viel Platz der Autoverkehr in Zukunft haben sollte und welche Flächen man für Stadtgrün umwidmet, ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Trotzdem zeigt die geplante Aktion, wie viel Potenzial in ungewöhnlichen Allianzen steckt. Womöglich könnten Berliner Quartiersräte und andere Städte durch so ein Zeichen ins Nachdenken oder gar Handeln kommen. Man weiß ja nie – manchmal lassen sich aus kleinen Pflänzchen große Wälder entwickeln.