Kunsthalle am Erinnerungsort: Weimer will europäische Skulpturensammlung in Berlin etablieren

Wolfram Weimer, der parteilose Kulturstaatsminister, plant eine Sammlung europäischer Skulpturen am geschichtsträchtigen Ort in Berlin, von dem aus Hitler 1939 den Überfall auf Polen ausrief und somit den Zweiten Weltkrieg lostrat. "Ich denke an eine Glyptothek, die Kunst aus ganz Europa zusammenbringt", sagte Weimer laut Aussagen gegenüber dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland'.

heute 00:02 Uhr | 4 mal gelesen

Da, wo früher die Krolloper stand – zwischen Kanzleramt und Reichstagsgebäude, genau dort im Berliner Tiergarten – will Weimer einen neuen kulturellen Akzent setzen. Oder wie er sagt: "Genau an dem Schauplatz, an dem Hitler Europa ins Chaos stürzte, möchte ich heute einen Ort für die Kunst Europas schaffen." Zugegeben, der Gedanke ist einerseits gewagt und fast schon trotzig: an einem Ort, der historisch so schwer belastet ist, so etwas wie Leichtigkeit und kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen. Vielleicht ist gerade das die Pointe – dass aus Verheerung Schönheit entstehen kann, auch wenn das vielleicht pathetisch klingt. Interessant übrigens, wie gerade Skulpturen ausgewählt wurden; sie sind greifbar, raumgreifend, widerständig – nicht wie eine Leinwand, die man schnell abhängt. An diesem symbolträchtigen Platz, der so vieles verkörpert, könnte gerade eine solche Sammlung wie ein stilles, aber kraftvolles Statement wirken. Die Krolloper ist Geschichte, aber Geschichte bleibt nun mal, zumindest im Gedächtnis, immer spürbar. Und so wird aus einer dunklen Vergangenheit vielleicht eine lichte Sammlung europäischer Stimmen.

Weimers Vorschlag, mitten im politischen Zentrum Berlins eine Glyptothek mit Skulpturen aus ganz Europa auf historisch belastetem Boden zu etablieren, ist nicht nur ein Kunstprojekt, sondern ein durchaus politischer Akt – man könnte fast sagen, Symbolarbeit. Der Ort unmittelbar zwischen Kanzleramt und Reichstag, wo Hitlers fataler Kriegsbeginn verkündet wurde, soll sich in einen Raum europäischer Ideale verwandeln. Europäische Skulptur als gemeinsames kulturelles Gedächtnis und zugleich als Zeichen des Friedens ist eine Idee, die in der deutschen Kulturpolitik eher selten so pointiert formuliert wird. Erweiterte Recherche zeigt: In den letzten 48 Stunden wurde in mehreren Medien intensiv über neue Denkmalskonzepte am historischen Ort berichtet. Die Süddeutsche Zeitung reflektiert, dass die Auseinandersetzung mit Vergangenheit durch zeitgenössische Kunst Impulse für gesellschaftliche Debatten über Verantwortung und europäische Identität liefern könne. Zudem weist Die Zeit darauf hin, dass sich die Diskussion um den Umgang mit belasteten Orten im internationalen Vergleich immer wieder neu stellt, etwa in Bezug auf Mahnmale und Erinnerungsorte in Paris, London oder Budapest. Digitalmedien wie t3n.de greifen die Frage auf, inwiefern Beteiligung von Künstler*innen europaweit neue Narrative in politische Zentren bringen kann.

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