Lauterbach pocht auf verstärkte Impfstoffentwicklung gegen Ebola

Angesichts eines erneuten Ebola-Ausbruchs in Afrika spricht sich der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dafür aus, die Forschung an Impfstoffen gegen das Virus stärker und, wenn nötig, auch staatlich voranzutreiben.

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Karl Lauterbach äußerte kürzlich gegenüber dem 'Stern', dass die Erforschung von Impfstoffen gegen Ebola für Unternehmen wirtschaftlich wenig attraktiv sei. Dadurch bleibe ein entscheidender Fortschritt auf der Strecke. Lauterbach kritisierte zudem die Rolle der US-Trump-Regierung, die der Impfstoffentwicklung durch Mittelstreichungen und fehlende Experten erheblich geschadet habe. Insbesondere in Krisensituationen vor Ort seien amerikanische Spezialisten kaum mehr präsent – ein international spürbarer Verlust, da viele der führenden Pandemie-Expert:innen aus den Vereinigten Staaten stammen. Letztlich sei es auch für die USA von Bedeutung, Seuchenherde rasch zu kontrollieren. Für Deutschland sehe Lauterbach momentan keine ernsthafte Bedrohung durch den aktuellen Ebola-Ausbruch. Dennoch – so sein persönlicher Nachsatz – müsse man grundsätzlich die wachsende Zahl solcher von Tieren übertragenen Infektionen (Zoonosen) aufmerksam beobachten. Die Zeit werde unsicherer; trotzdem bleibt das Ebola-Risiko für Europa gering. Ein Gefühl der Sicherheit darf jedoch nicht zu Trägheit führen.

Lauterbach fordert verstärkte staatliche Anstrengungen in der Impfstoffforschung gegen Ebola, da wirtschaftliche Interessen allein nicht ausreichen. Er gibt zu bedenken, dass internationale Forschung durch politische Fehlentscheidungen, etwa Einschränkungen während der Trump-Regierung, ausgebremst wurde und nun Experten fehlen – mit global spürbaren Folgen. Laut Lauterbach ist das Risiko für Deutschland im aktuellen Ausbruch gering, aber die zunehmende Gefahr durch Zoonosen mahnt zur Wachsamkeit. Nach Recherchen ist – Stand Juni 2024 – die Zahl der von Mensch zu Mensch übertragenen Infektionskrankheiten global steigend, wobei speziell in Westafrika erneut mehrere Ebola-Fälle bestätigt wurden. Die WHO ruft zu einer verbesserten Überwachung und internationalen Kooperation bei Ausbrüchen auf; nach wie vor gibt es keinen flächendeckenden und langanhaltenden Ebola-Impfstoff. Trotz lokaler Begrenzung der aktuellen Fälle bleibt das Potenzial für Ausbreitung und damit die Notwendigkeit koordinierter Forschung weiter hoch.

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