Lisa Schultes Olympia-Wünsche: Zwischen Medaillenhoffnung und Fan-Momenten

Cortina d’Ampezzo rückt näher – und Lisa Schulte, Österreichs schnellste Frau auf dem Rodel, träumt von Edelmetall und einem kleinen, ganz persönlichen Highlight.

heute 14:05 Uhr | 3 mal gelesen

Klar, Olympia ist kein Selbstbedienungsladen. Trotzdem hat Lisa Schulte, 25 Jahre jung und heiß gehandelt im österreichischen Rodelteam, so ihre zwei großen Wünsche für die Winterspiele in Cortina. Nummer eins: 'Eine Medaille muss her', meint Schulte mit dem entschlossenen Ton, der Sportler:innen eigen ist, die wissen, wie man sich nach Niederlagen wieder aufrappelt. Und Nummer zwei? 'Mit Mikaela Shiffrin würde ich zu gern mal einen Plausch halten.' Die Ski-Legende aus den USA ist für Schulte deutlich mehr als nur eine Kontrahentin auf der Piste – sie bewundert Shiffrin für deren mentale Standfestigkeit fast noch mehr als für deren irren Speed auf Abfahrtsstrecken. "Die bleibt immer in sich – ruhig trotz all dem Bohei drumherum, das imponiert mir riesig." Chancen auf eine zufällige Begegnung? Eher mickrig, gibt Schulte zu („Sie hat garantiert vollgepackte Tage und ist definitiv berühmter als ich.“). Aber hey, probieren kann man’s ja. Im mentalen Bereich hat Schulte schon ordentlich investiert. Zusammen mit ihrem Trainer ist sie im Kopf die Strecke, die vier olympischen Durchläufe und die Knackpunkte durchgegangen, denn anders als sonst im Weltcup entscheidet hier nicht ein kurzer Spurt, sondern eine teils zermürbende Serie über zwei Tage hinweg. Da läuft, was ein echter Stresstest: Erst runterkommen, dann quasi neu starten. Das sagt sich so leicht... Schulte kennt die Tücken und setzt auf Beständigkeit: 'Vier solide Läufe – das wäre cool.' Dass Cortinas Bahn so ihren eigenen Charakter hat – „kein Raketenstart, aber viel Gefühl nötig“ – findet sie ziemlich reizvoll. Lisa Schulte ist, nebenbei gesagt, alles andere als eine klassische Sportlerin nach Drehbuch. Geboren wurde sie in Regensburg, dann ging’s per Umweg über Nordrhein-Westfalen in die Alpen – wo sie eigentlich zufällig beim Rodeln landete, weil eine Schulfreundin meinte: „Probier’s, das ist megacool.“ Und zack, hängengeblieben. Rodelsohle an Rodelsohle mit ihrem Bruder, der 2016 fast Olympia-Gold geholt hätte, holten die Schultes daraufhin österreichische Papiere. Im Sommer wird dann nicht geschlafen, sondern Motorrad gefahren. Schulte leiht sich oft das Bike ihres Vaters, jagt durch Tirol, dreht mit Familie oder solo Pässe entlang – oder kassiert italienischen Espresso am Lago. Aber es gibt auch unerwartet sanfte Töne: Lisa kann stundenlang Backen, Kochen oder mal eben den Ton anrühren und Töpfern – und ärgert sich halb lachend über zu wenig Zeit mit Freunden in den kühlen Monaten. Die Mischung aus Zielstrebigkeit und Empathie beschreibt sie selbst maßgebend. Bleibt zu hoffen, dass sich mindestens einer dieser beiden Olympia-Wünsche materialisiert.

Die österreichische Rodlerin Lisa Schulte peilt bei den kommenden Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo ihre erste Medaille an. Darüber hinaus träumt sie davon, ihrem Idol Mikaela Shiffrin zu begegnen – weniger als Konkurrenz, mehr als Inspirationsquelle, wie sie offenherzig zugibt. Mental ist Schulte bestens vorbereitet: Nach dem Gewinn ihres Weltmeistertitels 2024 setzt sie alles daran, die vier olympischen Durchgänge mit Konzentration und emotionaler Balance anzugehen. Sie pflegt mit ihrer Leidenschaft für Geschwindigkeit, sei es im Eiskanal oder auf Motorrad-Touren über Passstraßen, ein ebenso actionreiches wie vielseitiges Leben und schätzt trotzdem die ruhigen Momente mit Hobbys wie Kochen, Backen oder Töpfern. Schulte zeigt das Porträt einer Sportlerin, deren Zielstrebigkeit gepaart ist mit reflektierendem, fast nachdenklichem Zugang zu Erfolg, Heldinnen und eigenen Grenzen. In aktuellen Medienberichten wurde über die stetig wachsende Popularität von Rodeln in Österreich und die Rolle von Athletinnen wie Schulte für den Nachwuchs berichtet. Nach neuesten Meldungen befindet sich die österreichische Nationalmannschaft in intensiver Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2026, mit Trainingslagern in Italien, um sich optimal auf die anspruchsvolle Bahn in Cortina einzustellen. Befragungen zeigen außerdem, dass neben den sportlichen Erwartungen auch der Wunsch nach mehr medialer Aufmerksamkeit für Frauen im Wintersport ein immer größeres Thema unter den Sportlerinnen geworden ist.

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