Medienproduktion – Zwischen kreativen Nischen und dem Sog des Mainstreams

St. Pölten war Ende September Schauplatz eines breit aufgestellten Dialogs: Die Jahrestagung der DGPuK brachte an der Fachhochschule St. Pölten kluge Köpfe zusammen, die aus unterschiedlichsten Blickwinkeln auf aktuelle Veränderungen in der Medien- und Kreativwirtschaft blickten. Organisiert wurde das Ganze von zwei Fachgruppen zu Medienökonomie und Mediensoziologie – zwischen Glamour und Alltag, Forschung und Praxis, Mainstream und Experiment.

heute 15:18 Uhr | 2 mal gelesen

Die Frage, wie Medien sich heute zwischen permanentem Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Technik behaupten, ist zum roten Faden dieser Tagung geworden. Auch wenn vieles neu wirkt – Streaming, KI, Plattformen –, so bleiben manche Dynamiken erstaunlich beständig. "Wer den tieferen Sinn dieser ökonomischen Prozesse versteht, sitzt bei den Debatten um generative KI oder Plattformlogik besser im Sattel", formulierte Christopher Buschow und traf damit einen wunden Punkt: Es braucht keine Fachgrenzen, sondern echte Koalitionen. Eben diese Vielfalt an Herangehensweisen, aber durchaus auch manche Reiberei, war in St. Pölten spürbar.

Kluge Köpfe aus Medienökonomie und Mediensoziologie kamen zusammen und wagten, Perspektiven zu verknüpfen, die sonst eher parallel laufen. Der Auftakt war filmreif: Nach den einleitenden Worten von Hochschulvertretern und Bürgermeister brachten junge Talente mit ihren Kurzfilmen den Saal zum Raunen. Und dann Oliver Auspitz, Serienproduzent, der mit Verve und Augenzwinkern die Segnungen und Schattenseiten neuer Medienkanäle beschrieb – Nischen willkommen, doch der Mainstream pulsiert weiter.

Die eigentliche Tagungsvielfalt zeigte sich in Diskussionsrunden zu Themen wie Public Value, Unternehmenskultur, Methodenfragen und der rasanten Einbindung künstlicher Intelligenz. Neben dem Wunsch nach belastbaren Daten und dem Ehrgeiz empirischer Forschung war da auf einmal auch echtes Plaudern und Vernetzen angesagt: Beim ausgiebigen Konferenzessen klopfte man sich auf die Schultern, feierte die Nachwuchspreisträger und schmiedete Kooperationen – Forschung eben nicht im Elfenbeinturm, sondern mit neugierigen Blicken über den Tellerrand.

Letztlich wirkte das Ganze wie ein Katalysator für neue Projekte. Die St. Pöltener Hochschule hat nicht nur logistische Unterstützung geboten, sondern Wissenschaftler und Praktiker an einen Tisch gebracht, um Debatten gemeinsam zu führen. Das Experiment ist gelungen, die Impulse werden wohl noch nachhallen. Hier wurde, und das ist vielleicht die eigentliche Leistung, der Blick auf die Medienbranche gründlich geweitet und alte Denkmuster zumindest für einen Moment ins Wanken gebracht.

Mehr zur Veranstaltung: jahrestagung2026.ustp.at ( https://jahrestagung2026.ustp.at/ )

Rückfragen: Sandra Lagler, +43 676 847 228 288, sandra.lagler@ustp.at, www.ustp.at

Die DGPuK-Jahrestagung 2023 fand an der Fachhochschule St. Pölten statt und warf ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Chancen, mit denen Medienproduktion und Kreativbranche aktuell konfrontiert sind. Zentrale Diskussionen drehten sich nicht nur um technologische Sprünge wie KI und neue Vertriebswege, sondern auch um Fragen von Wertschöpfung, Unternehmenskultur und wissenschaftlicher Methodik. Was auffiel: Der intensive Austausch zwischen Medienökonomie und Mediensoziologie schuf Raum für Querdenken und interdisziplinäre Impulse. Besonders die Rolle der künstlichen Intelligenz wurde kritisch beäugt – Chancen auf kreative Innovation stehen hier Sorgen um Qualität und Kontrolle gegenüber. Recherchiert man weiter, zeigt sich, dass parallel auf europäischer Ebene die Rolle der Kreativwirtschaft bei der Gestaltung öffentlicher Diskurse immer stärker betont wird – inklusive Forderungen nach stärkeren politischen wie rechtlichen Rahmenbedingungen für kulturelle Vielfalt und nachhaltige Medienförderung. Aktuell gewinnen dabei digitale Plattformen weiter an Einfluss, auch wenn Nischenmedien immer lauter mitreden. Darüber hinaus fordern nicht wenige Expertinnen und Experten: Die wissenschaftliche Auseinandersetzung darf nicht nur beschreiben, sondern soll gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und Orientierungen für Medienpraxis und Politik liefern.

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