In letzter Zeit flammt in Politik und Öffentlichkeit immer wieder die Debatte darüber auf, ob erfahrene Ex-Regierungschefs wie Merkel oder Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg auftreten könnten. Merkel selbst zeigt sich davon wenig überzeugt und verweist auf die notwendige Machtbasis, um in einem angespannten internationalen Kontext überhaupt ernst genommen zu werden. Ihre Meinung legt nahe, dass diplomatische Durchschlagskraft entscheidend an aktuelle Ämter und Machtbefugnisse gebunden ist, was viele gut gemeinte Vermittlungsvorschläge ins Leere laufen lässt. Überraschenderweise finden sich ähnliche Einschätzungen in mehreren Leitmedien: So berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung über die eher symbolische Wirkung ehemaliger Politiker im internationalen Krisenmanagement, während der Spiegel analysiert, dass Putins Gesprächspartner nicht nur Erfahrung, sondern vor allem aktuelle Entscheidungsgewalt benötigen. Neuere Entwicklungen, etwa die verschärfte Eskalation im Donbass oder westliche Waffenlieferungen, lassen zudem Zweifel an parteiübergreifenden Vermittlungsversuchen wachsen.