Viel Geld für KI in der Finanzwelt – aber der große Erfolg bleibt aus: Warum CFOs jetzt neu denken müssen

Frankfurt am Main – Millionen-Budgets fließen in künstliche Intelligenz, doch vielerorts verpufft die Wirkung: Fast die Hälfte der Unternehmen, die sich als KI-Treiber sehen, fehlen essenzielle Grundlagen für eine sichere Integration in Finanzabläufe. Nur gut jeder zweite Finanzchef kann nachvollziehbar sagen, wie sich Investitionen in KI bezahlt machen – und häufig verfehlen die Projekte die selbstgesteckten Rendite-Ziele deutlich. Lediglich jedes fünfte Finanzteam knackt die angestrebte 20-Prozent-Marke bei der Rendite. Für Fabian Eigelt, Chefberater bei SET Management Consulting, ist das Grundproblem klar: Es mangelt nicht an Technik, sondern an Transformation – KI wird häufig als reines IT-Vorhaben angegangen, ohne das fachliche Rückgrat zu stärken. Wer jedoch echtes Potenzial im Controlling ausschöpfen will, braucht ein durchdachtes Datenmodell, konsequente Governance und Entscheider mit Weitblick – also mehr als einen hippen IT-Baukasten.

heute 12:53 Uhr | 1 mal gelesen

Mal ehrlich: Die Diskussionen über Künstliche Intelligenz im Finanzsektor sind so präsent wie selten – und doch scheint es, als würden viele Firmen am Kern vorbeireden. Auf dem Papier werden hohe Erwartungen an Automatisierung, spannende Effizienzschübe und satte Renditen gesetzt. Aber: In der Realität kommen viele Projekte kaum über den Experimentierstatus hinaus. Prototypen versacken im Proof-of-Concept, Anwendungsfälle bieten keine klaren Vorteile und die gewohnten Datensilos lassen neue Tools alt aussehen. Spannend (oder frustrierend?) ist, dass gerade diese Silos eigentlich schon mit großen (und teuren) Initiativen wie S/4HANA der Geschichte angehören sollten. Stattdessen türmen sich technische Altlasten auf. Studien – etwa von Payhawk oder BCG – liefern teils erschreckende Zahlen: Fast die Hälfte stolpert über fehlende Governance oder schlechte Datenlage, und der ROI? Oft weit weg von den gewünschten 20 Prozent. Viele Finanzteams scheinen sogar mit unter fünf Prozent Rendite leben zu müssen. Die Ursachen? Drei klassische Denkfehler: KI wird als IT-Spielerei angegangen, Reporting und Steuerung werden verwechselt (als könnte man aus Zahlen allein schon kluge Entscheidungen zaubern), und obendrein gibt es eine gefährliche Hoffnung, dass KI schon irgendwie die Unordnung im Datenfundament glattbügeln wird. Das Gegenteil ist meist der Fall: Ohne einheitliches, integriertes Datenmodell schraubt man sich eher neue operative Stolperfallen zusammen. Noch komplizierter macht es derzeit die wirtschaftliche Lage – Unsicherheit überall, kaum langfristige Freigaben für Projekte, die nicht sofort Euros ins Unternehmen spülen. Doch es geht auch konstruktiv: Firmen mit sauberem Fundament – das heißt, durchdachte Datenarchitektur und klare Verantwortlichkeiten – können KI tatsächlich als effizienten Enabler nutzen. Ein gelungenes Beispiel: Moderne Reporting-Systeme, die direkt per KI-Agenten im laufenden Dashboard Analysen, Forecasts und Empfehlungen liefern. Die entscheidende Frage ist trotzdem: Wer setzt das um und wie erkennt man seriöse Beratung? Die Antwort ist unerwartet einfach – weniger Buzzwords, mehr Substanz, echte Prototypen, transparente Kosten und kompromisslose Datensicherheit. Oh, und: Vorsicht bei teuren Pilotprojekten, die nie ans Tageslicht kommen. Unterm Strich gilt für jedes Finanzteam: Die Weichenstellung für die nächsten Jahre entscheidet sich nicht an neuen Tools, sondern daran, ob der eigene Datengrundbau wirklich steht und das Management bereit ist, langfristig zu investieren. Sonst bleibt der KI-Hype teuer und wenig hilfreich.

Unternehmen investieren in großem Stil in KI für ihre Finanzabteilungen, doch viele Initiativen verpuffen – es mangelt weniger an der Technologie als an der grundlegenden Transformation der Organisation. Fehlende oder uneinheitliche Datenmodelle, mangelnde Governance-Strukturen und ein Missverständnis von KI als reines IT-Thema verhindern oft den nachhaltigen Erfolg. Die aktuelle Studienlage zeigt: Lediglich eine Minderheit der Firmen kann ihre KI-Ausgaben klar quantifizieren oder damit nennenswerte Effizienzgewinne erzielen; Datensilos und die Tendenz, schnelle, kurzfristige Benefits einzufordern, verschärfen das Problem. Ein nachhaltiger Ansatz erfordert vielmehr eine klare Strategie, fachliche Einbindung und die Bereitschaft, auch in das oftmals unsichtbare Fundament wie Datenmodellierung und Governance zu investieren. Die aktuelle Entwicklung am Markt – zusätzliche geopolitische Unsicherheiten, Kostendruck und akuter Fokus aufs Hier-und-Jetzt – führt dazu, dass viele langfristige Projekte vernachlässigt oder frustriert abgebrochen werden. Neue Berichte der letzten zwei Tage aus Medien wie „Zeit“, „FAZ“ und „Handelsblatt“ zeigen, dass der Druck auf Finanzentscheider weiter steigt: Sie müssen nicht nur Technologie verstehen, sondern vor allem die Organisation darauf vorbereiten, KI als echten Business-Partner zu nutzen: Beispielsweise diskutiert die FAZ in einem jüngeren Beitrag die Notwendigkeit klarer Datenstrategien und einer stärker vernetzten Führung – digitale Souveränität wird zum strategischen Vorteil (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)). Die Zeit hebt hervor, wie KI ohne gutes Datenfundament zum Risikofaktor wird, insbesondere im internationalen Wettbewerb (Quelle: [Zeit](https://www.zeit.de)). Handelsblatt legt den Fokus darauf, dass viele Projekte zwar mit großer Euphorie starten, aber durch fehlerhafte Zielsetzung und fehlende Fachintegration schnell im Sande verlaufen (Quelle: [Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com)).

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