Offen gestand Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag, der Kanzler sehe keinen Anlass, seine Worte zu revidieren, obwohl US-Präsident Trump eine schnelle Entschuldigung gefordert hatte. Kornelius unterstrich erneut, dass Merz in der Iran-Frage vor allem die Verantwortung der iranischen Führung sieht: Iran müsse Provokationen einstellen und seine umstrittenen Raketenaktivitäten beenden. Außerdem stehe eine engmaschige Überprüfung des Nuklearprogramms weiterhin aus. Nicht zu unterschätzen sei dabei laut Kornelius das strategische Nadelöhr Straße von Hormus – über deren sicheren Zugang müsse diskutiert werden, wenn tatsächlich wieder Verhandlungen möglich wären. Zwischen Merz und Trump herrschte zuletzt Eiszeit, da der Kanzler den USA in einer öffentlichen Rede Konzeptlosigkeit im Iran-Krieg vorwarf. Trump feuerte prompt zurück, drohte sogar mit Abzug von US-Truppen aus Deutschland. Ihr Telefonat am vergangenen Freitag sollte offenbar den Druck aus dem Kessel nehmen – Kornelius beschönigte die Stimmung als "sehr gut", erwähnte aber auch, dass außer Iran etwa auch die Lage in der Ukraine bei diesem Gespräch zur Sprache kam. Über das weitere Gespräch schweigt die Regierung aus Vertraulichkeit.
Die Lage zwischen Deutschland und den USA bleibt weiterhin angespannt, was nicht zuletzt an Merz' unveränderter Kritik an der US-Strategie im Iran-Konflikt zu erkennen ist. Neuere Berichte zeigen, dass ein US-Truppenabzug angesichts der jüngsten Spannungen tatsächlich nicht vom Tisch ist; dies könnte sowohl die NATO-Strukturen als auch die transatlantische Zusammenarbeit vor neue Herausforderungen stellen. Zudem mehren sich internationale Stimmen, die ein Umdenken in Richtung Diplomatie fordern, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ein motorisiertes Wettrennen um den Zugang zur Straße von Hormus zum globalen Sicherheitsrisiko werden könnte. Mit Blick auf die FAZ und die SZ wurde in den vergangenen Tagen auch die innenpolitische Fragilität in den USA in den Vordergrund gerückt, da Präsident Trump innen- wie außenpolitisch zunehmend unter Druck gerät. Diese Verdichtung der Krisenlage findet international große Beachtung und wird in Leitmedien als Warnsignal für Europas künftige Außen- und Sicherheitspolitik interpretiert.