Trinkwasser für alle – Ein österreichisches Startup krempelt die Entsalzung um

Eine clevere Idee aus Wien könnte Wasserknappheit in Küstenregionen schon bald ein Stück weit entschärfen. Nicht die teure Anlage steht im Fokus, sondern bezahlbares, per Sonne gewonnenes Süßwasser – abgerechnet wird nach Verbrauch, ganz simpel. DesertGreener nennt sich das innovative Unternehmen, dessen Pilotprojekt auf Zypern viel Aufsehen erregt – und viele Hoffnungen weckt.

heute 10:00 Uhr | 1 mal gelesen

Wien und Limassol. Dass sich am Rande Europas auf Zypern plötzlich so viele Bürgermeister, Hotelmanager und Gemeinderäte für eine unscheinbare Container-Anlage interessieren, hätte bis vor kurzem wohl niemand gedacht. Der Grund für das rege Treiben liegt in einer scheinbar simplen, aber revolutionären Idee: DesertGreener aus Österreich baut nicht nur Meerwasserentsalzung, sondern krempelt ihre Finanzierung gleich mit um. Kunden wird keine teure Technik verkauft, nein – sie zahlen einfach nur für das Wasser, das sie wirklich verbrauchen. Mehr nicht. Alte Entsalzungsanlagen, das weiß ich aus eigener Erfahrung mit Gemeindeprojekten, verschlingen Unsummen an Anfangsinvestitionen. Kleinere Küstenorte oder selbst ambitionierte Hotelinvestments bleiben da oft auf der Strecke, weil sich niemand mit Millionen-Krediten belasten will. Genau da setzt DesertGreener an: Die Anlagen werden weiterhin zentral betrieben, und zwar vollautonom mit Sonnenkraft, ohne klimaschädliche Energiequellen. Steuerung? Aus der Ferne. Das reduziert nicht nur Kosten, sondern nimmt auch die Wartungssorgen ab. "Wir merken jetzt schon, dass auf Zypern Anfragen von kleinen Küstenorten und auch Hotels beinahe im Wochentakt aufschlagen", sagt Carl Albrecht Waldstein, der DesertGreener-Chef, ziemlich überzeugt – aber mit dem Arbeitspensum wahrscheinlich auch ein wenig überfordert. Verständlich: Das Angebot, einfach Wasser zu beziehen wie Strom aus der Leitung, senkt die Einstiegshürde gewaltig. Plötzlich können auch weniger Vermögende von moderner Technik profitieren. Schon während der ersten Betriebsstunden auf dem Gelände des PROTEAS-Research-Centers vom Cyprus Institute zeigte sich, wie dringlich der Bedarf ist: Lokale Politiker kamen persönlich vorbei, Hotelprojekte zeigten gleich als Teilnehmer Interesse, endlich unabhängig vom öffentlichen Netz werden zu können. Irgendwie fühlt es sich an, als wäre etwas in Bewegung geraten, das bisher nur in Hochglanzstudien für entlegene Oasenländer zu finden war. Der Zeitplan klingt ehrgeizig, aber nicht unrealistisch: Schon 2026 soll die industrielle Fertigung starten; von ausgelagerter Wartung bis zum Solar-Setup scheint alles auf Verbreiterung angelegt. DesertGreener arbeitet dabei übrigens mit einem Verfahren ('WME-MVC'), das neben Wasser sogar Wasserstoff und Mineralstoffe abzweigt – und das alles aus Sonnenenergie, fossilfrei versteht sich. Man muss natürlich kritisch bleiben: Noch ist die Skalierung mehr Vision als Routine. Und ob die Wasserpreise tatsächlich dauerhaft unter denen der etablierten Anbieter liegen, wird sich zeigen. Aber es ist lange her, dass ein Entsalzungsprojekt so nah am Alltag derer ansetzt, die wirklich auf Wasser angewiesen sind. Wer weiß, vielleicht ist das der entscheidende Unterschied.

DesertGreener aus Wien verfolgt einen neuartigen Ansatz für Trinkwassergewinnung in Küstenregionen: Nicht technische Anlagen werden verkauft, sondern das erzeugte Süßwasser wird direkt nach Verbrauch und zu moderaten Preisen abgerechnet. Die solarbetriebenen und ferngesteuerten Systeme machen Investitionen für Kommunen und Hotels unnötig, was besonders finanziell schwächeren Gemeinden neue Chancen eröffnet. Das Unternehmen plant ab 2026 eine Serienfertigung, mit dem Ziel, Millionen Menschen in trockenen, schwer zugänglichen Gebieten Zugang zu günstigerem Trinkwasser zu ermöglichen. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Wasserknappheit zunehmend als geopolitisches Risiko wahrgenommen wird. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass insbesondere im Mittelmeerraum und Nordafrika große Investitionen in Entsalzung und Wasserrecycling getätigt werden, wobei innovative Modelle wie Pay-per-Litre zunehmend in Tests erprobt werden (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Laut der FAZ setzt Spanien verstärkt auf hybride Anlagen mit Solarenergie, um Kosten und Emissionen zu senken; die Herausforderungen liegen jedoch in Transport und Versorgungssicherheit (Quelle: FAZ). Zeit.de thematisiert ergänzend die immense Bedeutung sozial verträglicher Preismodelle, damit exklusive Technologien nicht zur sozialen Spaltung führen – Ansätze wie das DesertGreener-Modell könnten hier beispielhaft sein (Quelle: Zeit.de).

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