Zwischen Symbol und Provokation
Natürlich steckt mehr dahinter als ein Name. Trump ist seit Jahren auf Konfrontation mit Kanada, mal reist er verbal ein, mal grenzt er wortreich aus. Die Idee, Kanada wie einen ‚51. US-Bundesstaat‘ zu behandeln, hat fast schon Stammtischcharakter – trotzdem bleibt das Echo in den Medien mal spöttisch, mal sehr angespannt.Die Grenzen der Wirkung
Praktisch wird sich weltweit wenig ändern: Niemand außerhalb der USA wird deswegen seinen Atlas umschreiben. Es bleibt eine typischer Trumpsche Showeinlage, die eher für Verwirrung und das eine oder andere enttäuschte Kopfschütteln sorgt als für internationale Verwerfungen.Patriotismus als Namenspatron?
Was kommt als Nächstes? Bereits bei der Verkündung spielte Trump mit weiteren irren Gedanken: Der Golf von Mexiko könnte zum 'American Bay' werden oder – noch abenteuerlicher – gleich die Ozeane werden patriotisch umgetauft. Mal ehrlich, an Groteske mangelt es jedenfalls nicht, auch wenn man sich teilweise fragt: Meint er das wirklich ernst?Die US-Administration unter Trump gibt sich betont nationalistisch – und schreckt nicht davor zurück, sogar Namen von Seen politisch zu instrumentalisieren. Die Maßnahme, aus dem Ontariosee 'Lake America' zu machen, ist völkerrechtlich ohne Gehalt, aber aufmerksamkeitswirksam. Reaktionen aus Kanada und den sozialen Medien schwanken zwischen Heiterkeit und Verwunderung, während in den USA einige Analysten einen weiteren Dämpfer für das ohnehin fragile Verhältnis zu Ottawa sehen.
Trumps Entscheidung, einen der Großen Seen umzubenennen, schlägt international Wellen – wenn auch mehr symbolisch als politisch. Die Umbenennung wird als Teil seiner Strategie gesehen, vor der US-Wahl mit auffälligen, identitätsstiftenden Aktionen zu punkten; handfeste Auswirkungen sind nicht zu erwarten, doch das diplomatische Klima zwischen USA und Kanada bleibt angespannt. Journalisten und Satiriker nehmen den Schritt gleichermaßen auseinander: Die einen wittern bewusste Ablenkung von größeren politischen Problemen, andere erfinden bereits weitere absurde Namenstricks für Flüsse und Meere. Zuletzt wurde in US-Medien verstärkt diskutiert, ob Trumps Vorgehen nicht auch als Signal an ultranationalistische Wähler zu deuten ist. Kanadische Regierungsstellen prüfen derweil Gegenmaßnahmen und offizielle diplomatische Schritte. In sozialen Netzwerken überschlagen sich Spott und Ironie, während einige Kommentatoren bezweifeln, dass so etwas in der aktuellen Weltsituation mehr ist als ein Sturm im Wasserglas.