Gleich zum achten Mal verleiht die Postcode Lotterie ihren sogenannten Traumtaler an Projekte, die mit cleveren Ideen gesellschaftliche Herausforderungen anpacken. Dieses Jahr trifft es GermanZero, die mit kräftigem Rückhalt der Deutschen Jugendfeuerwehr zeigen wollen, wie viele Hände gemeinsam Wurzeln schlagen lassen – ganz buchstäblich.
"Die Traumtaler-Auszeichnung ist mehr als nur ein Geldbetrag: Sie ist Einladung, Zukunft zu gestalten – und zwar ganz praktisch, am besten mit dreckigen Fingern! Besonders #Platzmachen für die Natur illustriert wunderbar, wie gelebtes Engagement nachbarschaftlich und politisch zusammenwachsen kann", so Katja Diemer von der Lotterie. Und Michael Schäfer, Chef von GermanZero, sieht durch den Traumtaler erstmals die Möglichkeit, für Klimaschutz nicht nur laute Rufe, sondern handfeste Aktionen sichtbar zu machen. Die Partnerschaft mit der Deutschen Jugendfeuerwehr sieht er als echten Brückenbau: "Wir holen Menschen aus allen Ecken und Altersstufen zusammen – das ist Kraft von unten."
Geplant ist, dass im Laufe dieses Jahres beim Projektstart rund 300.000 Menschen gemeinsam graue, versiegelte Böden aufbrechen, um Platz für Grün zu schaffen. Die Kampagne soll nicht weniger als ein deutschlandweites, fast sportliches Wettrennen für mehr Natur in Städte und Gemeinden bringen und dabei einen Querschnitt der Gesellschaft ans Werk motivieren. Mit dabei immer die Hoffnung: Wenn Politik diesen Energieschub aufgreift, werden lokale Klimaschutzmaßnahmen die Unterstützung bekommen, die sie verdienen.
Für Christian Patzelt von der Deutschen Jugendfeuerwehr ist die Sache klar: "Wir machen mit Herz und Tatendrang mit. Bei so einer Aktion sind Kinder- und Jugendfeuerwehren dabei, egal ob es um kleine Flächen oder große Events geht."
Übrigens: Die Postcode Lotterie hat schon zahlreiche Projekte mit Summen von 250.000 bis weit über eine Million gefördert – darunter Klimaquartiere, lebendige Flüsse oder Zukunftswälder. Solche Summen gab es in den vergangenen Jahren für engagierte Organisationen von Arrenberg über WWF bis Greenpeace.
Zur Lotterie selbst: Das Prinzip ist ungewöhnlich sozial – Lose sind an die Wohnadresse gebunden, und ganze Nachbarschaften teilen sich Gewinne. Seit der Gründung 2016 haben über 7.500 Projekte Geld aus dem Lostopf erhalten, insgesamt über 400 Millionen Euro. Ein Beirat, derzeit unter der Leitung von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, entscheidet über die Mittelvergabe. Global liegt die Fördersumme der Postcode-Familie sogar über 15 Milliarden Euro. Friedensnobelpreisträger Mandela war übrigens der erste prominente Unterstützer.
GermanZero und die Deutsche Jugendfeuerwehr haben mit ihrer Kampagne #Platzmachen für die Natur den bislang höchsten Traumtaler der Deutschen Postcode Lotterie erhalten: 2,415 Millionen Euro sollen deutschlandweit dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger gemeinsam versiegelte Flächen aufbrechen und mehr Grün schaffen. Die Initiatoren hoffen dabei nicht nur auf eine direkte Wirkung im Klimaschutz, sondern betonen ausdrücklich die Bedeutung gemeinschaftlichen Engagements, generationenübergreifender Zusammenarbeit und politischen Dialogs.
Ergänzende aktuelle Recherchen zeigen: Laut TAZ und Spiegel rücken Entsiegelungsinitiativen in den Fokus, da vielerorts Starkregen und Hitzewellen zunehmen. Städte suchen verstärkt nach Strategien, um Hitzeinseln zu entschärfen, und lokale Bewegungen zeigen, dass Bürgeraktionen – wie bei #Platzmachen geplant – messbare Wirkung erzielen. Gleichzeitig mahnen Expertinnen von der Süddeutschen und faz.net, dass politische Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Finanzierung und Pflege neuer Grünflächen notwendig sind, um dauerhafte Veränderungen durch lokale Projekte wie #Platzmachen zu sichern.