Union vergrößert Abstand zur AfD – Grüne überholen die SPD

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg wirbeln die aktuellen Forsa-Zahlen das Kräfteverhältnis auf Bundesebene kräftig durcheinander.

heute 13:26 Uhr | 3 mal gelesen

In der jüngsten Forsa-Umfrage für RTL und ntv schafft es die Union, sich weiter von der AfD abzusetzen: Mit 27 Prozent klettert sie leicht nach oben, während die AfD ein Prozent verliert und somit auf 23 Prozent kommt. Bemerkenswert: Die Grünen ziehen an der SPD vorbei, nachdem diese bei den Landtagswahlen enttäuscht hatte. Die SPD fällt auf magere 12 Prozent, ein Verlust von zwei Punkten; die Grünen steigen dafür gleich um drei Prozent auf 15 Prozent und sichern sich den Platz vor der alten Volkspartei. Die FDP taucht in der aktuellen Umfrage sogar unter drei Prozent ab und wird nicht mehr ausgewiesen. Konstant verharren Linke und BSW bei 11 beziehungsweise 3 Prozent. Auffällig ist auch die Kompetenz-Zuschreibung: Die SPD rutscht ab, nur vier Prozent der Deutschen sehen sie noch als Problemlöser geeignet. Dagegen hält die Union stabil 19 Prozent, während AfD, Grüne und Linke mit 11, 7 und 5 Prozent vergleichsweise zurückliegen. Schockierend: Über die Hälfte der Befragten – 52 Prozent – trauen grundsätzlich keiner Partei mehr zu, Deutschlands Probleme zu lösen. Was Friedrich Merz betrifft, bleibt das Bild trist: Nur ein Viertel der Bevölkerung bescheinigt dem Kanzler Zufriedenheit mit seiner Arbeit, satte 74 Prozent sind es eben nicht – keine Veränderung zur Vorwoche. Die Befragung lief vom 10. bis zum 16. März 2026 unter 2.503 Menschen.

Der politische Wind in Deutschland hat erkennbar gedreht: Die Union kann ihren Vorsprung auf die AfD nach der Baden-Württemberg-Wahl wieder etwas ausbauen, während die SPD tief abrutscht und von den Grünen im Bund verdrängt wird. Besonders ins Auge fällt dabei nicht nur das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten, sondern auch der dramatische Vertrauensschwund: Gerade einmal vier Prozent der Deutschen halten die SPD noch für kompetent genug, die Herausforderungen im Land zu meistern. Dass mittlerweile mehr als die Hälfte keinerlei Partei mehr das nötige Format zuspricht, illustriert die zunehmende politische Entfremdung und Unzufriedenheit – ein Trend, der durch jüngste Wahlergebnisse und Umfragen bestätigt wird. Ergänzend dazu: Laut aktuellen Presseberichten bleibt die CDU/CSU nach ihrer Wahlniederlage in Baden-Württemberg dennoch als Oppositionsführerin im Bundestag stabil, während sowohl das BSW von Sahra Wagenknecht als auch kleinere Parteien gegenüber ihrer Außenseiterrolle bislang keine nennenswerten Zugewinne erzielen konnten. Diskutiert wird in mehreren Medien zudem, wie die Abwanderung der Wählerstimmen von der politischen Mitte an die AfD, aber auch an Nichtwähler, ein Indiz für die Erosion des Vertrauens in die etablierten Parteien ist. Außerdem wird über die verschärfte Polarisierung der deutschen Politik nachgedacht – besonders im Lichte der wachsenden Unzufriedenheit mit der Regierung sowie der Unfähigkeit der Großen Koalition, auf die multiplen Krisen überzeugend zu reagieren.

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