Ich habe Friedrich Merz selten so deutlich erlebt wie diesmal – vielleicht liegt es an der ohnehin gespannten Atmosphäre eines G7-Gipfels, vielleicht auch an einer inneren Unruhe angesichts der Sackgasse, in der sich der Ukrainekrieg befindet. Merz sprach von russischer Geschichte, fast so, als wollte er ihren Mythos zerpflücken: Russland, so seine These, habe – abgesehen von seinen oft zähen Verteidigungsleistungen – selten Erfolg gehabt, wenn es um aggressive Eroberungskriege ging. Manche Historiker würden das sicherlich in Nuancen anders einordnen, aber der Punkt ist deutlich: Mit militärischer Offensive hat Moskau eher schlechte Karten.
Was mich überrascht hat: Merz betonte, dass sogar Donald Trump, der bisher nie als besonders europafreundlich galt, sich nach und nach für diesen Standpunkt öffnet. Vielleicht gibt es hinter den Kulissen doch mehr Gespräche als vermutet. Interessant, wie US-Präsidenten ihre Meinungen anpassen – je nachdem, wie der Wind international gerade weht.
Die Bedingungen für Friedensgespräche, so Merz weiter, sind allerdings alles andere als leicht zu erfüllen. Besonders Russlands Forderungen – wie der Abtritt des freien Donbas-Gebiets – wären, so wörtlich, 'nicht hinnehmbar'. Es bleibt offen, wann und ob überhaupt ein für beide Seiten tragbarer Zeitpunkt für solche Gespräche gefunden wird. Manchmal frage ich mich, ob die Geschichte nicht voller Beispiele dafür ist, dass am Ende doch alle gezwungen sind zu reden – und wer weiß, zu welchem Preis.
Merz hat auf dem G7-Gipfel erneut betont, dass Russland historisch betrachtet wenig erfolgreich in Angriffskriegen gewesen sei und dass sich die aktuelle Offensive gegen die Ukraine nahtlos in dieses Bild einfüge. Im gleichen Zug nannte er die Bedingungen für mögliche Friedensgespräche, die klare rote Linien enthalten – allen voran die Ablehnung des Gebietsverlusts der Ukraine. Bemerkenswert ist die Beobachtung, dass auch US-Präsident Trump vorsichtig in die Richtung einer diplomatischen Lösung schwenkt.
Zusätzliche Recherchen zeigen: Die internationale Debatte zu Russlands Vorgehen ist weiter im Fluss. Laut einem aktuellen Bericht von Zeit Online baut Russland inzwischen in besetzten Gebieten systematisch Verwaltungsstrukturen aus, um die Kontrolle zu sichern. Dennoch wächst zugleich der Widerstand der ukrainischen Bevölkerung gegen diese Maßnahmen (Quelle: [Zeit Online](https://www.zeit.de)). In der FAZ wird betont, dass militärstrategisch die russische Offensive weiterhin mit hohen Verlusten und vergleichsweise geringen Geländegewinnen verbunden ist (Quelle: [FAZ](https://www.faz.net)). Gleichzeitig verfolgt die EU neue Sanktionen gegen Russland, die gezielt Wirtschaft und Technologie treffen und den Druck auf Moskau erhöhen sollen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)).