Menschen im Krankenhaus haben es oft nicht leicht: Ein vertrauter, guter Geschmack zum Frühstück wird da fast schon zur kleinen Geste des Trosts. Seit 2023 kooperiert Asklepios mit der Braaker Mühle, einer familiengeführten Bäckerei mit über 160 Jahren Geschichte. Die Brötchen – mit 24 Stunden Reifezeit, ohne künstlichen Schnickschnack – sind ein echtes Stück Handwerkskunst, sagt Brotsommelier Tim Lessau. Täglich werden sie an die Kliniken Barmbek, Harburg, Nord, St. Georg und Wandsbek geliefert; auch Altona und das Westklinikum Hamburg setzen auf Qualitätsware aus der Region, wenn auch von anderen Bäckerbetrieb.
Was mir gefällt: Hier ersetzt das Krankenhaus-Frühstück nicht die Heimat – aber es bemüht sich spürbar, Geborgenheit und gutes Essen zu verbinden. Die Initiative beschränkt sich übrigens nicht auf Brotwaren; seit Kurzem gibt’s Bio-Müsli auf allen Stationen, und auch palmölfreie Margarine ist Standard geworden. Alexandra Klüppel, die das Catering organisiert, erinnert sich noch an die Suche nach einem Hersteller, der speziell für Asklepios Streichfett ohne Palmöl portionierte. Damals echte Pionierarbeit. Über 25.000 kg Butter und knapp 14.000 kg besagte Margarine gehen im Jahr über die Tabletts.
Zur Mittagszeit wird es dann richtig vielfältig: Zwischen 21 und – für Komfortstationen – bis zu 31 verschiedenen Hauptgerichten können Patient:innen täglich wählen. Der Trend zeigt klar in Richtung vegetarisch und vegan. Und während viele immer noch glauben, Klinikessen sei geschmackloses Einheitspüree, bleibt das Gemüse hier durch die „Cook & Freeze“-Methode erstaunlich frisch und nährstoffreich. Noch ein Fun Fact: Rund 150.000 Äpfel aus dem Alten Land werden jährlich dazu geknabbert.
Was sich daraus ergibt? Eine Verbindung aus Regionalität, Tradition und richtigem Bemühen um Qualität – ziemlich bemerkenswert für eine Krankenhauskette. Die Braaker Mühle spinnt ihren Faden übrigens seit 1859 und hält Menschlichkeit als Zutat hoch – auch, oder gerade, zwischen den Windmühlenflügeln von Braak.
Die Asklepios Kliniken Hamburg arbeiten seit 2023 mit der Braaker Mühle zusammen, um ihren Patient:innen täglich frische, handwerklich hergestellte Brötchen anbieten zu können. Neben persönlich abgestimmtem Bio-Müsli wächst das Angebot an biogenen Lebensmitteln, begleitet von einer neuen Bio-Zertifizierung für das Klinik-Catering. Aktuelle Berichte spiegeln einen wachsenden Trend zu mehr regionalen und nachhaltigen Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen wider, was sich auch im vergrößerten vegetarisch-veganen Menüangebot und in neuen logistischen Partnerschaften abzeichnet. Regionale Versorgung bleibt zudem in Hamburgs Krankenhäusern ein Schwerpunkt, um die Versorgung sowohl qualitativ als auch ökologisch zu verbessern. Gleichzeitig verstärken Hersteller und Großküchen ihre Zusammenarbeit, um frische, nährstoffreiche und transparente Zutaten bereitzustellen – eine Entwicklung, die bundesweit als Vorbild dienen könnte. Die Kooperation mit lokalen Anbietern wie der Braaker Mühle steht damit stellvertretend für einen Wertewandel in der Gemeinschaftsverpflegung, der Patientenwohl, Regionalität und Umweltschutz verbindet.