Begleitetes Trinken mit 14? Ministerin Prien plant Verbot

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) spricht sich für das Ende des gesetzlichen 'begleiteten Trinkens' für Jugendliche aus – ein Thema, das viele Gemüter bewegt.

heute 11:42 Uhr | 2 mal gelesen

Im aktuellen Referentenentwurf des Familienministeriums, über den Politico zuerst berichtet hat, steht eine klare Forderung: Die bisherige Regelung, die erlaubt, dass 14- und 15-Jährige in Anwesenheit erziehungsberechtigter Personen Bier, Wein oder Sekt trinken dürfen, soll fallen. Das Ministerium begründet diesen Schritt mit dem ernst zunehmenden Problem wachsender Suchtgefahren im Jugendalter. Es ist von Gesundheitsrisiken die Rede, zudem von einer möglichen Zunahme von Gewaltbereitschaft und Verwahrlosung. Prävention sei geboten, weshalb das 'begleitete Trinken' nicht mehr zeitgemäß sei. Interessanterweise ist dies nur ein Teil eines größer angelegten Reformpakets, das die Kinder- und Jugendhilfe generell auf neue Beine stellen will. Jener Gesetzentwurf befindet sich derzeit in der Abstimmungsphase mit unterschiedlichen Verbänden; eine endgültige Verabschiedung im Bundestag wird für Ende dieses Jahres angestrebt – falls nicht noch politisches Tauziehen einsetzt.

Kurzum: Karin Prien will die bislang existierende Regelung aus dem Jugendschutzgesetz kippen, die unter Umständen Alkoholkonsum bei Jugendlichen ab 14 in Begleitung erlaubt. Das Ministerium sieht Suchtprävention als Schlüsselfrage und verweist dabei auf steigende Gesundheits- und soziale Risiken für Jugendliche. Hinter dem Vorstoß steht eine größere Reform der Kinder- und Jugendhilfe, die derzeit mit Fachkreisen diskutiert und voraussichtlich noch 2024 umgesetzt werden soll. In den vergangenen Tagen hat das Thema in führenden deutschen Medien für Diskussionen gesorgt. Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Schritt von einigen Gesundheitsverbänden ausdrücklich begrüßt wird, aber Kritiker anmerken, dass Verbote nicht automatisch zu verantwortungsbewusstem Umgang führen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die FAZ hebt hervor, dass Studien einen europaweiten Rückgang beim Alkoholkonsum Jugendlicher zeigen, aber die Lockerung offenbar keinen merklichen Anstieg in Deutschland bewirkt habe (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung). Die ZEIT bringt Stimmen von Erziehungswissenschaftlern, die ein stärkeres Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Jugendlichen als wirksamere Schutzmaßnahme betrachten (Quelle: Die Zeit).

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