„Wenn wir nach Hamburg fahren, steht die zivile Verteidigung ganz oben auf meiner Liste“, so äußerte sich Eva Högl in einem Interview mit T-Online. Besonders Bremerhaven nehme laut Högl eine zentrale Rolle ein – als langjähriger Umschlagsplatz für NATO-Truppen und Ausrüstung ist die Region ein strategischer Knotenpunkt, der aktuell mehr im Fokus denn je steht. Vielleicht klingt das für Außenstehende nach altbekannten Sorgen, doch Högl betont selbst: „Sabotage, Spionagetätigkeiten, Drohnenangriffe, Cyberattacken – das sind Fragen, mit denen wir längst täglich ringen, nicht erst im Ernstfall.“
Man arbeite bereits an Sicherheitskonzepten, die weit über das Gewohnte hinausgehen. Ein eigens eingerichtetes Koordinierungsbüro soll künftig sämtliche Schutz- und Vorbereitungsmaßnahmen bündeln, von der Information der Bevölkerung über Fragen der Wasser- oder Energieversorgung bis hin zur Gesundheitsinfrastruktur. Bremen und Bremerhaven seien in vielen Belangen schon vorne dabei, sagt sie – trotzdem bleibe viel zu tun.
Interessanterweise stellt Högl heraus, dass Extremisten gezielt die Unsicherheit nutzen, um Spaltung zu säen und öffentliche Vorsorge-Maßnahmen zu diskreditieren. Für Högl steht fest: „Wer Bremerhaven sichert, schützt damit letztlich ganz Europa – zumindest ein Stück davon.“
Bei der anstehenden Konferenz in Hamburg, zu der auch der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Hamburgs Innensenator Grote eingeladen sind, steht das Thema „zivile Abwehrkraft“ ganz klar im Vordergrund. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Die Verteidigung beginnt heute – nicht erst morgen.
Eva Högl unterstreicht die Bedeutung der zivilen Verteidigung in Bremen und Bremerhaven, insbesondere wegen der strategischen Position als NATO-Stützpunkt und der gestiegenen Gefahr durch hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe, Sabotage und Desinformation. Im Rahmen eines langfristigen Programms, das bis 2028 läuft, soll ein eigenes Büro die Koordination aller zivilen Schutzmaßnahmen übernehmen – von der Notfall-Information zur Sicherstellung kritischer Versorgung bis hin zu medizinischer Hilfe im Krisenfall. Högl sieht angesichts zunehmender Extremismus-Versuche, öffentliche Vorsorgemaßnahmen zu delegitimieren, eine besondere Verantwortung und warnt vor einer gesellschaftlichen Spaltung, während die Innenministerkonferenz in Hamburg die Stärkung ziviler Verteidigung als Schwerpunkt behandelt.
Neben Bremen spüren aktuell viele deutsche Städte und Bundesländer den Druck, ihre kritische Infrastruktur stärker zu sichern – laut Recherchen auf aktuellen Nachrichtenseiten gibt es etwa Diskussionen um die bundesweite Notfallvorsorge und verstärkten Schutz von Energie- und Wasserversorgung. Auch auf Bundesebene war zuletzt im Zuge der Haushaltsdebatten um die Zivilverteidigung eine Debatte entbrannt, weil neue Mittel für Cyber-Abwehr und Bevölkerungsschutz gefordert werden. Angriffe auf Energieunternehmen und Behörden in den letzten Monaten haben die Sorge verschärft, dass Deutschland insgesamt auf hybride Bedrohungen nicht ausreichend vorbereitet ist.