Bundesbank stellt Leitzinserhöhung für Juni in Aussicht

Joachim Nagel, Chef der Bundesbank, hält einen Zinsschritt im Juni für zunehmend wahrscheinlich.

heute 00:02 Uhr | 3 mal gelesen

Laut Meldung des 'Redaktionsnetzwerks Deutschland' zeichnet sich bei der Bundesbank ein Kurswechsel in Richtung Zinserhöhung ab. Hintergrund sind die anhaltend hohe Inflation, nach wie vor unsicherer Energiepreise sowie die Folgen des Nahost-Konflikts. Nagel äußerte gegenüber dem RND, dass alle hoffen, die geopolitische Lage würde sich entspannen und damit auch Öl- sowie Gaspreise fallen. Er schob jedoch hinterher: 'Sollte sich daran nichts Entscheidendes tun, rechne ich damit, dass die Zinsen im Juni angehoben werden.' Während die EZB zuletzt im April keine Änderung an den Leitzinsen vorgenommen hat – gegenwärtig liegt der für Tagesgelder maßgebliche Zinssatz bei 2 Prozent – hat sie sich weiterhin klar darauf verpflichtet, die Inflation mittelfristig auf 2 Prozent einzupendeln. Eine Leitzinserhöhung ist eines der klassischen Mittel, um die Geldentwertung zu bekämpfen. Für Nagel stehen die mittelfristigen Inflationsprognosen bei der nächsten EZB-Entscheidung ganz oben auf der Agenda, ebenso Markterwartungen und die Preisentwicklungen bei Konsumgütern und Dienstleistungen infolge der gestiegenen Energiekosten. Seine Schlussfolgerung: Zeichnen sich über die kommenden Monate anhaltend erhöhte Preise ab, bleibt aus seiner Sicht eine Zinserhöhung unausweichlich.

Die Bundesbank bereitet den Markt auf eine mögliche Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank im Juni vor, wobei vor allem die hohen Inflationszahlen und steigenden Energiekosten infolge geopolitischer Krisen eine Rolle spielen. Joachim Nagel betont die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, zumal die Energiepreise trotz leichter Entspannung noch nicht auf Vorkrisenniveau sind und immer noch das Inflationsnarrativ bestimmen. Zusätzlich wurde jüngst in mehreren Medien diskutiert, ob die angespannten Wohnungs- und Arbeitsmärkte in der Eurozone – unter anderem durch hohe Lohnforderungen – die Preisspirale weiter antreiben und somit die Notwendigkeit für eine restriktivere Geldpolitik verstärken.

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