Stellen Sie sich einen lauen Mai-Abend vor: Das Stadion brodelt, Erwartungen liegen in der Luft wie ein schweres Versprechen. Bayern München kontrollierte weite Teile der Partie, schien aber immer wieder an einer beinahe starrsinnigen Pariser Defensive zu verzweifeln. Ich hatte selbst das Gefühl, als würde das Spiel in Schleifen laufen – immer wieder Vorstöße, immer wieder ein Pariser Bein dazwischen, ein abgeblockter Schuss, ein Stoßseufzer auf der Tribüne. Schon nach drei Minuten die kalte Dusche: Dembélé für PSG – eigentlich fast lapidar, wie effizient Paris die Münchner schläfrig erwischte. Für einen Moment hatte man den Eindruck, der Stecker sei gezogen. Aber die Bayern rappelten sich auf, sammelten Ballbesitz wie Sammelkarten, kamen aber oft nicht mal ins Panini-Album der gefährlichen Chancen. Sicher, Musiala und Díaz warfen einiges rein, aber an Donnarumma war kein Durchkommen. Manuel Neuer hielt Bayern im Spiel, wie ein Fels in der Brandung, während Zeit und Nerven verstrichen. Witzig eigentlich, dass der Münchner Treffer erst fiel, als längst alles zu spät schien: Kane in der vierten Minute der Nachspielzeit – Hoffnung für einen Wimpernschlag, sonst nichts. PSG zieht verdient ins Finale ein. Die Münchner müssen sich vorwerfen lassen, dass sie zu spät echte Gefahr entfachten.
Der FC Bayern schafft es erneut nicht, die Champions League für Deutschland zu gewinnen; die Kontrolle über weite Strecken des Spiels reichte nicht, um gegen ein abgezocktes Paris Saint-Germain das Blatt noch zu wenden. Ungeachtet eines späten Ausgleichs durch Harry Kane waren Durchschlagskraft und Ideen gegen das disziplinierte PSG-Mittelfeld Mangelware – ein Muster, das sich in den letzten K.o.-Spielen der Bayern bemerkbar machte. In aktuellen Medien wird zudem mehrfach betont, dass sich das bayerische Ausscheiden in einen Trend einreiht, in dem europäische Spitzenklubs längst neue Antworten auf defensivstarke Gegner gefunden haben, während Bayerns Strategie an ihre Grenzen stößt. Ausgehend von jüngsten Berichten aus sportnahen Medien wird auch die taktische Anpassungsfähigkeit des Kaders als Schwachstelle diskutiert. Zudem steht die nächste Transferphase unter dem Eindruck des Scheiterns: Personalentscheidungen und die Trainerzukunft werden breit diskutiert.