Deutschland: Exportstimmung macht einen Sprung nach vorn

Die Stimmung bei deutschen Exporteurinnen und Exporteuren hat sich zuletzt überraschend aufgehellt – nach Monaten der Zurückhaltung zeichnet sich wieder Zuversicht ab.

heute 07:52 Uhr | 2 mal gelesen

In den jüngsten Auswertungen des Ifo-Instituts ist die Überraschung förmlich greifbar: Die Exporterwartungen sind im August auf 9,6 Punkte gestiegen, nach noch -2,8 Punkten im Juli.

Optimismus auf Rekordhöhe

Ob man es glauben mag oder nicht – so gute Zahlen gab es in der Exportbranche seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht mehr, also seit Februar 2022. Es wirkt fast, als hätte sich ein zäher Nebel gelichtet. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut spricht davon, dass die deutsche Exportwirtschaft „jetzt durchstartet“. Besonders lebhaft läuft das Geschäft mit den EU-Staaten: Hier wirkt die Nachfrage wie ein frischer Wind im Segel.

China schwächelt – Elektro, IT und Co. überraschen positiv

Natürlich bleibt nicht alles rosig. Der Export nach China kränkelt weiter, was im Grunde niemanden wirklich überrascht – zu turbulent die Verhältnisse dort. Aber: Es gibt Sektoren, die im Lichte des Digitalisierungshypes und der Diskussion um KI förmlich aufblühen. Hersteller von Elektronikkomponenten, IT-Ausrüstung und optischen Geräten geben sich optimistisch – manchmal geht unter, wie sehr High-Tech aus Deutschland im globalen Vergleich gefragt bleibt.

Autobau, Metall und Sorgenkinder

Autounternehmen entdecken offenbar unverhofft wieder Optimismus; so ähnlich auch die Metallbranche, die sich über höhere Aufträge freut. Dennoch, Papierhersteller sowie Betriebe der Grundstoffindustrie rechnen nach wie vor kaum mit einer Erholung beim Export. Es bleibt also ein Flickenteppich – wie immer im echten Wirtschaftsleben. Und ganz ehrlich: Wer jetzt auf ewig eitel Sonnenschein hofft, sollte vielleicht noch mal nachdenken.

Einordnung: Was steckt hinter den Zahlen?

Kurz gesagt: Der Aufschwung gründet besonders auf der stabilen Nachfrage bei unseren Nachbarn in der EU und den technischen Branchen. Gerade die Engpässe bei Vorprodukten scheinen sich langsam zu entspannen, sodass wieder mehr Planungssicherheit möglich ist. Auf der anderen Seite mahnen viele: geopolitische Spannungen und einzelne schwache Auslandsmärkte (China vorneweg) könnten die Lage blitzschnell wieder drehen.

Die aktuelle Entwicklung spiegelt einen markanten Anstieg der deutschen Exporterwartungen wider – erstmals seit über einem Jahr zeigt sich wieder verbreiteter Optimismus, angetrieben durch technische Innovationen und stärkeren europäischem Binnenhandel. Sektoren wie Elektronik und Automobil profitieren, während die Beziehungen zu China angespannt bleiben und vor allem Papierindustrie sowie Grundstoffsektoren weiter mit Gegenwind rechnen. Nicht zuletzt sorgt die Entlastung bei Lieferkettenproblemen für Auftrieb, auch wenn Experten vor kurzfristigen Rückschlägen durch geopolitische Risiken und eine unbeständige Weltkonjunktur warnen. Bei meiner Netzrecherche kam außerdem heraus: Laut Zeit Online stabilisieren sich die deutschen Exporte durch starke Binnenmärkte in Europa, während Impulse aus Übersee fehlen, weshalb ein umfassender Wirtschaftsboom derzeit unwahrscheinlich ist. Die FAZ berichtet von Zuwächsen beim Maschinenexport, insbesondere bei Automatisierungstechnik, warnt jedoch vor anhaltender Schwäche Chinas. Die Süddeutsche hebt hervor, dass vor allem mittelständische Firmen mit speziellem Technologie-Know-how derzeit einen Beitrag zur Erholung leisten und die Wirtschaft sich schrittweise neue Absatzmärkte außerhalb Russlands und Chinas sucht.

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