Start-up-Branche drängt auf konkrete Reformschritte der Ampel

Deutschlands Start-ups machen zunehmend Druck auf die Politik: Es reicht nicht mehr, nur Absichtserklärungen vorzulegen. Christoph Stresing, Chef des Start-up-Verbands, signalisiert vorsichtigen Optimismus – fordert aber ein deutlicheres Bekenntnis zu echter Erneuerung.

heute 06:55 Uhr | 3 mal gelesen

Die Forderungen an die Regierungsparteien nehmen an Schärfe zu. Wer gründet, merkt schnell: Kapital wäre tatsächlich da – aber es bleibt oft ungenutzt, weil das System an anderen Stellen blockiert.

Bekenntnisse reichen nicht aus

In den letzten Monaten wurden einige Vorhaben beschlossen – Strategiepapiere, Gespräche, Versprechen. Doch am Ende des Tages zählt, was davon tatsächlich auf der Straße landet. "Wir brauchen Tempo und Mut – jetzt", so bringt es Stresing ganz unprätentiös auf den Punkt.

Fokusverschiebung: Mut beim Investment

Interessant ist: Es geht weniger um immer neues Fördergeld. Blockierend wirken vor allem eingeschränkte Zugänge – besonders Altersvorsorgefonds agieren mit angezogener Handbremse, sodass Jungunternehmen kaum profitieren. Hier müsste sich dringend etwas bewegen, fordern viele.

Risiko als Zukunftsmotor?

Natürlich klingt das nach Wagnis – und ist es vielleicht auch. Doch: Vermehrte Beteiligung am Start-up-Sektor könnte nicht nur Start-ups, sondern langfristig auch Anleger stärken. Ob die Regierung den Mut findet? Bald werden es nicht mehr bloße Grundsatzdebatten sein, sondern handfeste politische Auseinandersetzungen.

Der Bundesverband Deutsche Startups dringt auf mehr Tatkraft seitens der Regierung, mahnt das bislang schleppende Tempo bei der Umsetzung der Start-up-Strategie an und warnt vor dem Verschwinden innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen. Statt ausschließlich Mittel bereitzustellen, müssten bestehende Gelder – etwa aus Rentenfonds – risikofreudiger investiert werden, um Jungunternehmen wirkungsvoller zu fördern. Experten betonen zudem, dass eine breitere gesellschaftliche Offenheit für Scheitern und Unternehmergeist unerlässlich bleibt, damit Deutschland im internationalen Innovationswettbewerb nicht weiter zurückfällt. Nach aktueller Recherche zeigen branchennahen Medien und Tageszeitungen große Skepsis: So kritisieren mehrere Gründer auf taz.de die immer noch lähmende Bürokratie sowie eine ausufernde Regeldichte, die neue Unternehmen oft ausbremst. Die Süddeutsche Zeitung hebt die kulturellen Barrieren hervor – in Deutschland herrscht häufig Angst vorm Scheitern, was dringend aufgebrochen werden müsse. Die FAZ verweist in ihrem Beitrag darauf, wie viel schneller sich Start-ups angesichts flexibler Regulierung etwa in den USA entwickeln und warnt eindringlich davor, dass Deutschland den Anschluss verlieren könnte.

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