Dranbleiben verlernt? Wie Kinder im digitalen Alltag Geduld und Ausdauer zurückgewinnen können – Gedanken von Marco Schnabl

Gleisdorf – Immer mehr Eltern wundern sich, warum Kinder gleich aufgeben, wenn etwas nicht sofort gelingt. Ständiger Medienkonsum und ein Leben im Akkord zwischen Touchscreen und Hausaufgaben tun ihr Übriges. Doch wie kommen Kinder wieder zu mehr Ausdauer – und können Eltern hier wirklich unterstützen? Marco Schnabl von body’n brain hat dazu eine eigene, durchdachte Sicht.

heute 15:23 Uhr | 3 mal gelesen

Stellen Sie sich Folgendes vor: Ein Kind sitzt über einer Matheaufgabe, runzelt die Stirn, tippt auf seinem Tablet herum – und hat nach wenigen Minuten keine Lust mehr, weiterzumachen. Für viele klingt das leider vertraut. Unser Alltag ist voll von schnellen Erfolgen, schnellen Bildern, schnellen Belohnungen – das tiefe Durchatmen, das geduldige Wiederholen, schwindet oft aus dem Alltag. Smartphones und Tablets machen’s vor: Mit einem Fingerwisch bekommt man die nächste Belohnung, die nächste Animation, den nächsten Like. Marco Schnabl von body’n brain sieht hier einen entscheidenden Wandel: ‘Kinder erleben seltener, dass es sich lohnt, zu üben – und daran zu wachsen.’

Früher war das ständige Wiederholen fast schon ein Ritual. Man lernte Radfahren, fiel hin und stand wieder auf – ohne große Erklärungen, ohne sofortige Bewertung. Heute springen viele Kinder bei der ersten Hürde ab. Liegt es nur an den Medien? Wahrscheinlich nicht nur. Dazu kommt ein wachsender Leistungsdruck. Schulen und Eltern, die Fehler immer gleich rot markieren, machen den zweiten Versuch unattraktiver.

Die Botschaft: ‘Wenn du nicht sofort gut bist, lass es lieber’, schwingt schnell mit. Doch Ausdauer wird nicht durch Erklärungen gelernt, sondern durch Erfahrungen, die niemand abnehmen kann.

Schnabl setzt mit seinem Konzept auf Bewegung, kleine Herausforderungen, Denkspiele. Man könnte fast sagen: Er möchte das ‘Learning by Doing’ zurückbringen. Wenn Kinder tanzen, balancieren, kleine Aufgaben lösen, verknüpft ihr Gehirn plötzlich Bewegungen mit Denkleistung. Auf einmal macht Üben, Wiederholen und Fehlermachen sogar Spaß – und führt zu neuen Verknüpfungen im Gehirn, quasi kleinen ‘Daten-Autobahnen’.

Die Digitalisierung verstärkt die Kurzfristigkeit, mit der viele Aufgaben angegangen werden. Wer alles in Sekunden bekommt, hat weniger Geduld für langwierige Lernprozesse. Das erklärt auch, warum viele Kinder bei Schwierigkeiten vorschnell aufgeben.

Eltern und Pädagog:innen können gegensteuern: Raum schaffen für spielerisches Ausprobieren. Kein sofortiges Werten, sondern Ineinander-Greifen von Versuch, Scheitern, Neuanfang. Schnabl meint dazu: ‘Wer merkt, dass es auch Spaß machen kann, etwas mehrfach auszuprobieren, bleibt länger dran – und nimmt Rückschläge gelassener.’

Spielen statt müssen

Körperliche Bewegung und Denkaufgaben im Wechsel trainieren das Gehirn gleich auf mehreren Ebenen. Das Ziel: Die berühmte Frustrationstoleranz wächst nicht im Kopf, sondern durch echte Erlebnisse. Wer oft ausprobieren darf, wird belastbarer – und geht Herausforderungen entspannter an.

Ein Tipp aus der Praxis: Gemeinsam Aufgaben angehen, Rückschläge nicht dramatisieren und immer wieder neue kleine Herausforderungen einbauen. Kinder lernen dann ganz nebenbei, dass Nicht-Aufgeben möglich und sogar reizvoll ist. Am Ende zählt, was man fühlt: Stolz, es selbst geschafft zu haben, auch nach dem zwanzigsten Versuch.

Neugierig geworden?

Das Prinzip von body’n brain fördert genau dieses Zusammenspiel aus Bewegung, Denken und Spaß am Üben. Wer mehr erfahren möchte, findet Infos direkt bei body’n brain.

Pressekontakt:
VITACIA GmbH – info@body-brain-activity.com
Weitere Infos: https://kindertrainer.info
Und: Ruben Schäfer – redaktion@dcfverlag.de

Viele Kinder zeigen heute geringere Frustrationstoleranz und Ausdauer, vor allem im Vergleich zu früheren Generationen. Einer der Hauptgründe ist der allgegenwärtige Konsum digitaler Medien, die unmittelbare Ergebnisse bieten und kaum Raum für langwierigen Lernprozess lassen. Experten wie Marco Schnabl betonen: Ausdauer und Resilienz entstehen durch Erfahrungen, nicht durch Druck. Bewegungsbasierte, spielerische Ansätze können Kindern helfen, das Dranbleiben wieder als etwas Positives zu erleben. Laut aktuellen Publikationen gibt es zudem immer mehr Initiativen, die Bewegung und Gehirntraining kombinieren, um Kindern Selbstvertrauen und Ausdauer zu vermitteln. Die gesellschaftliche Debatte über Medienkonsum und schulischen Leistungsdruck nimmt aktuell an Fahrt auf, etwa im Kontext der überregionalen Bildungsstrategie und der Frage nach ganzheitlicher Persönlichkeitsentwicklung in Schulen. Neue Medienkompetenz-Programme und Elternfortbildungen greifen diesen Bedarf auf – ein Zeichen, dass das Thema im Alltag vieler Familien angekommen ist.

Schlagwort aus diesem Artikel