Fracking in Deutschland: Lange Wege, kleine Schritte – große Wirkung?

Fracking verspricht langfristig eine stabilere Gasversorgung in Deutschland, ist aber kein Allheilmittel, um aktuelle Engpässe oder hohe Preise rasch zu lindern.

heute 14:59 Uhr | 4 mal gelesen

Am Mittwoch veröffentlichte das Ifo-Institut seine jüngste Untersuchung und ließ dabei an Deutlichkeit nichts vermissen: Die Schiefergasvorkommen hierzulande könnten erheblich sein – zumindest, wenn man die optimistischeren Schätzungen bemüht. Karen Pittel, Chefin des Energiezentrums am Ifo, verweist jedoch klar darauf, dass ohne einen massiven Bohrmarathon – hunderte neue Bohrstellen sind im Gespräch – wenig Produktivitätszugewinn zu erwarten ist. Ein weiterer Dämpfer: Selbst bei Anlaufen der deutschen Fracking-Maschinen würde das Land maximal 5 bis 10 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich fördern – übersetzt vielleicht ein Zehntel des deutschen Verbrauchs 2025. Zum Vergleich: Der Eigenanteil Deutschlands an der Gasproduktion dümpelt heute bei gut vier Prozent. Fachleute wie Cyril Stephanos (Acatech) warnen außerdem, dass diese Mengen kaum ausreichen, um das internationale Preisgefüge zu beeinflussen. Und selbst wenn – ob Fracking-Industrie hierzulande überhaupt zu konkurrenzfähigen Preisen liefern könnte, ist ziemlich offen. Staatliche Zuschüsse? Nicht ausgeschlossen. Immerhin: Moderne Technik und scharfe Auflagen könnten laut Studie die Umweltbelastung im Zaum halten – ein kleiner Lichtblick für Befürworter. Dennoch bleibt die gesellschaftliche Akzeptanz fragil, vor allem, weil Fracking nach wie vor unter politischem Bann steht. Probebohrungen? Aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll, politisch aber noch steiniger Boden.

Das Ifo-Institut kommt in seiner neuen Analyse zu dem Schluss, dass Fracking in Deutschland frühestens mittelfristig nennenswert zur Gasversorgung beitragen könnte. Auch nach Abwägung aller Fakten: Große Abhängigkeit von Importen bleibt bestehen, kurzfristige Entspannung für Verbraucherpreise ist praktisch ausgeschlossen. Die öffentliche Debatte dreht sich weiter vor allem um Umweltbedenken, politische Kontrolle und die ökonomische Tragfähigkeit, während von mehreren Seiten Probebohrungen gefordert werden, um reale Zahlen zu gewinnen. Jüngste Berichte unterstreichen, dass die Diskussion um Fracking längst über rein technische Fragen hinausgeht, denn gesellschaftlicher Konsens und rechtliche Öffnungen wären wesentliche Voraussetzungen – laut verschiedenen Stimmen gäbe es in der deutschen Bevölkerung bislang mehr Skepsis als Zustimmung. Laut Quellen wie FAZ und Süddeutsche gehen neuere Initiativen in Richtung Pilotprojekte, doch selbst energielobbynahe Fachleute bezweifeln einen schnellen Wandel. Die Klimabilanz bleibt umstritten: Während einige Experten auf höhere Standards und modernere Technik hoffen, sehen andere die Gefahr einer Aufweichung Deutschlands Energiewende-Ziele.

Schlagwort aus diesem Artikel