Das Filmfest München gibt sich gewohnt neugierig: Wer auf der Suche nach Überraschungen, ungewohnten Perspektiven und mutigen Filmen ist, wird hier fündig – das komplette Angebot ist seit dem 17. Juni online. Die 130 Langfilme, Dokumentationen und Serien, die allesamt ihre Deutschlandpremiere feiern, bieten ein farbiges Spektrum zwischen intimen Erzählungen, wilder Gegenwart und Rückspiegel aufs Kino von gestern. Von Cannes direkt an die Isar reisen 17 neue Produktionen, und zahlreiche Titel erobern in München sogar erstmals die Leinwand weltweit, international oder europaweit. Filmkunst goutiert man dieses Jahr in einem Dutzend Stadtkinos, verteilt auf Wettbewerbe wie CineCoPro oder das Neue Deutsche Kino, aber auch als internationale Indies und Highlights im Spotlight. Die künstlerische Leitung (Christoph Gröner und Julia Weigl) feiert das Festival als Begegnungsort zwischen kreativem Wagnis und Mainstream: Für wirklich jede und jeden sei dieses Line-up, behaupten sie augenzwinkernd. Man darf gespannt sein, wie das Publikum diese Vielfalt aufgenommen haben wird – die Programmzusammenstellung ist, nun ja, eigenwillig und offen. Hollywoodgrößen und bekannte Namen zeigen sich sowohl auf dem roten Teppich als auch in den Filmen selbst – manchmal blitzen sogar echte Überraschungsgäste durch. In bewährter Manier bleiben die deutschen Beiträge als Herzstück erhalten: Zwischen Frischlingen wie Pauline Roenneberg und gesetzten Stars wie Katharina Thalbach ist die Dichte an heimischer Prominenz und Talent größer als in manchen Tatort-Krimis.
Gegenwart trifft Geschichte: Das Filmfest verwebt spannende Themen von heute mit unverbrauchten Rückblicken. Eröffnet wird mit „Vaterland“, einer Reise ins Nachkriegsdeutschland aus Sicht der Familie Mann, ausgezeichnet als beste Regie in Cannes. Filme wie „The Mad Dog of Europe“ oder „Bruno – der junge Kreisky“ sind Beispiele für Geschichten, in denen Historie und Gegenwart aufeinanderprallen oder ineinander verwischen – garniert mit dem Charme von Period Pieces und aktuellen Diskursen zu Identität, Freiheit und Wandel. Und übrigens: Die Adaption des Bestsellers „H wie Habicht“ sollte man sich vormerken – Claire Foy spielt (vielleicht überraschend nuanciert) die Hauptrolle.
Internationales Flair erleben Besucher*innen besonders deutlich bei Produktionen aus Regionen, die sonst kaum im Rampenlicht stehen: Angola, Saudi-Arabien oder Kasachstan liefern Geschichten, die globale Themen in den Alltag einzelner Lebensrealitäten holen. Total Indie? Fast. Es gibt von lauten Komödien bis hin zu leisen Dramen alles. Stark vertreten sind auch die US-Independents – darunter der Abschlussfilm von Jay Duplass (mit David Duchovny, klar, sonst wär's kein echtes Filmfest). Auch der CineCoPro Wettbewerb kommt nicht zu kurz: Zwölf Bewerber konkurrieren um den mit 100.000 Euro umworbenen Preis, darunter schillernde Dramen und kluge Musikdokus.
Wem das noch nicht reicht: 17 Cannes-Juwelen, darunter die deutschen Siegerfilme, werden ebenso präsentiert wie spannende internationale Regiestimmen. Und zwischen all den Leinwandträumen tobt die Branche selbst: Bei den Industry Days und zahllosen Talks können Profis und Liebhaber*innen einander auf Augenhöhe begegnen – beim Bier in lauer Münchener Sommernacht inklusive. Die Daten fürs kommende Festival stehen schon fest, also: Kalender zücken, und vielleicht diesmal wirklich eine Karte ergattern.
Das diesjährige FILMFEST MÜNCHEN legt den Fokus auf einen besonders vielfältigen internationalen Wettbewerb, bringt aktuelle gesellschaftliche Themen in historische Kontextualisierung, und betont die Rolle des Festivals als Schaufenster für neue Regietalente und als Treffpunkt für die Branche. Mit über 130 Premieren – davon zahlreiche Welt- und Europapremieren – besticht das Programm durch eine enorme Bandbreite, von intimen Arthouse-Werken bis zu großen internationalen Produktionen. Besonders beachtet wird die starke Präsenz weiblicher und queerer Stimmen innerhalb aller Sektionen, während zugleich geopolitische Aspekte etwa durch Filme aus bisher unterrepräsentierten Regionen aufgegriffen werden. Aus aktuellen Berichten (taz.de und deutschland.de) geht zudem hervor, dass das Festival gezielt den Dialog über Diversität, Nachhaltigkeit und neue Filmvertriebsstrategien sucht. Verschiedene Medien loben die innovative Auswahl und die Atmosphäre des Festivals: Es sei offen, mutig und voller Überraschungen.