Donnerstag, irgendwo im geschäftigen Hangzhou, spricht Friedrich Merz von einer Partnerschaft, die ihn offenbar beeindruckt hat. "Wir arbeiten gut mit China zusammen", fasst er seine Eindrücke zusammen – doch er bleibt ehrlich: Die Herausforderungen, gerade im ökonomischen Miteinander, lassen sich nicht einfach schönreden. Besonders der Überfluss an chinesischer Produktionskraft – 'Kapazitäten', wie er das nennt –, der deutsche Firmen zunehmend unter Druck setzt, hängt wie eine Wolke über der Beziehung. Das Thema müsse unbedingt Zuhause weiterdiskutiert werden, betont Merz. Seiner Bundeswirtschaftsministerin möchte er sogar nahelegen, selbst nach China zu reisen, um den Dialog frisch zu halten. Offenheit und Klarheit, das sei jetzt nötig – nicht nur diplomatische Freundlichkeiten. Gerade die schwierigen Themen will Merz weiterhin offen ansprechen, wie er es auch bei seinen Treffen in China getan habe. Vielleicht sind das jene leisen Töne einer Außenpolitik, die einerseits auf Kooperation hofft, aber andererseits nicht mehr alles hinnimmt.
Friedrich Merz zieht nach seiner Chinareise ein ambivalentes Resümee: Er lobt die intensiven Beziehungen, äußert aber auch Sorgen über chinesische Überkapazitäten und deren Auswirkungen auf Europa – vor allem im Technologiesektor. Merz plädiert dabei für mehr Offenheit gegenüber den problematischen Themen und wünscht sich eine intensivere Abstimmung mit der Bundesregierung, etwa durch einen weiteren Besuch der Bundeswirtschaftsministerin in China. Laut aktuellen Berichten gibt es in deutschen Unternehmen zunehmend Unbehagen wegen wirtschaftlicher Abhängigkeiten, gleichzeitig wächst der Druck, eigene Interessen klarer zu vertreten – insbesondere bei Zukunftstechnologien und Energieversorgung.