Weniger Druck durch Gäste als gedacht – Umfrage offenbart Überraschung
Das Bild, das viele Gastronomiebetriebe von ihren Gästen haben, ist offenbar schief: Laut einer aktuellen Befragung im Auftrag von VistaPrint glauben knapp zwei Drittel der befragten Betreiber, dass ihre Kundschaft die gesenkte Umsatzsteuer unmittelbar in günstigeren Preisen sehen will. In Wahrheit erwarten das aber nur gut ein Drittel der Gäste – fast ebenso viele wünschen sich gar keine Preissenkungen. Der größere Teil der Befragten bringt Verständnis auf für die Kostenlage in Restaurants, Cafés und Co. Die finanziellen Hürden sind bekannt: Steigende Energiepreise, kostspieliger Einkauf und die endlose Suche nach Personal – all das lastet mindestens genauso schwer wie die Sorge um weniger Kundschaft. Kein Wunder, dass viele Betreiber mit grundlegenden Veränderungen oder sogar Schließung und Verkauf hadern.
Die emotionale Seite der Gastronomie – mehr als bloß ein Tellergericht
Spannend ist auch, wie stark Gäste ein persönliches Verhältnis zu ihren Lieblingslokalen pflegen: Für den Großteil geht es um weit mehr als Sättigung – Genuss, Austausch, ein Gefühl von Nachbarschaft. Wenn Gefahr droht, schnürt allein der Gedanke an eine Schließung vielen der Umfrageteilnehmer die Kehle zu. Mehr als die Hälfte würde aktiv helfen, sei es mit Empfehlungen, durch mehr Besuche oder positive Online-Bewertungen. Aber damit diese Solidarität ankommt, braucht es Offenheit seitens der Wirte – Ehrlichkeit statt falscher Stärke also. “Wenn Gäste verstehen, wie schlecht es um das Lokal steht, wachen viele von selbst auf”, sagt etwa Simon Wieck vom Hamburger Gaststättenverband.
Sichtbar bleiben – oder untergehen?
Schaut man sich die Investitionsgepflogenheiten der Branche an, wird klar: Nur wenige Restaurants stecken etwas von der Steuerersparnis in Werbung oder neue Ideen. Die meisten kämpfen schlicht ums Überleben und stecken Geld in Rechnungen, Gehälter, Reparaturen. Das Problem: Unsichtbar im Alltag, bleibt auch die Bereitschaft der Gäste, aktiv zu helfen, oft ungenutzt. Die Aktion „Lokalhelden gesucht“ will genau daran anknüpfen und kleinen Betrieben Aufmerksamkeit schenken. Teilnehmen können Lokale mit bis zu 50 Leuten im Team, der Sieger darf sich auf ein kräftiges Finanzpolster freuen – damit neue Gäste kommen und alte bleiben.
Fazit mit Ecken und Kanten
Unterm Strich zeigen die Zahlen: Die Unterstützung der Gäste ist meist da, sie muss aber auch 'abgeholt' werden. Es ist keine leichte Zeit für die Gastronomie. Doch bevor sich Gastronomen verrenken, weil sie Rabatte geben wollen, hilft es vielleicht mehr, ehrlich die Lage darzustellen und auf Rückhalt zu zählen. Ein bisschen Mut zur Zwischenmenschlichkeit, das wäre was.
Die Umfrageergebnisse zeigen: Die Mehrheit der Gäste fordert keineswegs eine direkte Weitergabe der Umsatzsteuersenkung in Form von Preissenkungen. Viele Menschen sind sich bewusst, dass Gastronomiebetriebe weiterhin unter erheblichen wirtschaftlichen Belastungen stehen. Studien aus dem Netz bestätigen diesen Trend: Die Existenzängste kleiner Restaurants und Cafés sind real, aber der Wunsch der Gäste, Teil dieser Identität und Begegnung zu bleiben, ist sehr groß. Interessant ist, dass aktuelle Nachrichten (zum Beispiel auf Spiegel.de und Faz.net) die schwierige Lage in der Gastronomie betonen, insbesondere durch Personalmangel und den anhaltenden Kostendruck; dennoch zeigt sich immer wieder, wie hoch der ideelle Wert von Gastronomie für Gemeinschaft und Stadtleben eingeschätzt wird. Weiterhin ist zu beobachten, dass bei vielen Initiativen für Gastronomiebetriebe – z. B. im Rahmen von Förderprogrammen oder Preisverleihungen – gezielt auf Solidarität und Mitwirken der Stammgäste gesetzt wird.