Camping in Deutschland: Ein Boom mit Rekordwerten

Camping erlebt hierzulande einen anhaltenden Höhenflug – 2025 klettern die Übernachtungszahlen auf ein neues Rekordniveau.

30.03.26 08:46 Uhr | 17 mal gelesen

Ehrlich gesagt, in Zeiten, in denen die Welt manchmal Kopf steht und die Nachrichten oft nur von Krisen berichten, wirkt es fast meditativ: Immer mehr Menschen suchen ihr Glück auf den Campingplätzen Deutschlands. 2025 übernachteten laut Statistischem Bundesamt sage und schreibe 44,7 Millionen Gäste auf hiesigen Campingplätzen – das ist eine Steigerung von 4,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Versuchen Sie mal, sich diese Masse an Wohnmobilen und Zelten vorzustellen! Von 2005 an gerechnet, hat sich die Camping-Übernachtungszahl sogar mehr als verdoppelt – das schafft kein Hotel, keine Ferienwohnung. Zumindest nicht im selben Tempo. Im Großen und Ganzen spiegelt sich hier eine erstaunliche Entwicklung: Während die Übernachtungen in allen Beherbergungsbetrieben im letzten Jahr um 44,6 Prozent gegenüber 2005 stiegen, legte Camping um satte 105,5 Prozent zu. Es ist fast ein bisschen wie das Comeback des Mixtapes im Zeitalter der Streamingdienste – man hätte es nicht unbedingt kommen sehen. Nach Jahren mit einem Bruch durch die Pandemie, als fast jede neunte Übernachtung auf einem Campingplatz stattfand, kehrt die Branche nun kontinuierlich zum Wachstum zurück. 2025 lag jede elfte Übernachtung auf dem Campingplatz, was wieder ein Stück über dem Vor-Corona-Stand liegt. Die Lieblingsziele? Wenig überraschend sind die Küsten die Magneten: Die schleswig-holsteinische Ostsee liegt vorne mit 3,5 Millionen Übernachtungen (fast alle von Leuten aus Deutschland), danach folgen der Schwarzwald, die niedersächsische Nordsee und das Allgäu. Übrigens: Für die Region Bodensee-Oberschwaben war 2025 ein gutes Jahr – sie hat ihren Platz in den Top 5 der beliebtesten Campingregionen zurückerobert, vorbei an Meck-Pomm und Vorpommern. Interessant auch: Wer von außerhalb Deutschlands kommt, steuert bevorzugt den Südwesten an, legt im Schwarzwald oder an Mosel & Saar sein Reisebett auf Rädern ab. Dass das Fränkische Seenland so etwas wie der heimliche Camping-König bleibt, wo fast jeder zweite Besucher zeltet oder sein Mobil abstellt, ist dann doch ein kleiner Funfact. In anderen Regionen wie Lausitzer Seenland oder Holsteinische Schweiz ist der Camping-Anteil ähnlich hoch. Was allerdings für ein paar lange Gesichter sorgen dürfte: Die Kosten fürs Camping sind in den letzten Jahren ziemlich in die Höhe geschossen. Allein seit dem Beginn der Pandemie sind die Preise für Wohnmobilstellplätze um über 32 Prozent angezogen, die Campingplatzgebühren immerhin um fast 29 Prozent. Zum Vergleich – die Preise aller Unterkünfte stiegen nur um rund 27 Prozent, und insgesamt ist das Leben in Deutschland seit 2020 um gut 22 Prozent teurer geworden. Da bleibt der Traum vom günstigen Camping-Ausflug ein Stück weit auf der Strecke. Aber vielleicht ist es ja für viele genau das – ein kleines Stück Freiheit in unsicheren Zeiten, das man sich dann doch gönnt, selbst wenn’s ein paar Euro mehr kostet.

Der Campingtrend in Deutschland setzt sich kraftvoll fort – 2025 erreicht die Zahl der Übernachtungen mit 44,7 Millionen einen historischen Höchststand. Der Zuwachs zum Vorjahr liegt bei 4,2 Prozent, im Vergleich mit 2019 beträgt er sogar fast 25 Prozent – ein eindrucksvolles Zeichen für die wachsende Faszination für Camping, abseits klassischer Hotels oder Ferienunterkünfte. Treibende Faktoren scheinen dabei neben dem Wunsch nach Naturnähe und individueller Freiheit auch die Nachwirkungen der Pandemie zu sein, die viele Deutsche zu Urlaubsalternativen im eigenen Land gebracht haben; zudem nehmen Beliebtheit, Komfort und Innovationen auf modernen Campingplätzen weiter zu. Auffällig sind jedoch die steigenden Preise: Trotz anziehender Kosten lassen sich Camper nicht abschrecken – die Branche profitiert von einer wachsenden Community, Investitionen in Infrastruktur sowie neuen Angeboten (z.B. Glamping, nachhaltiges Reisen). Laut aktuellen Medienberichten erweitert das Land Schleswig-Holstein massiv seine Camping-Infrastruktur, auch kleinere Anbieter melden steigende Nachfrage. Betreiber appellieren dennoch an die Politik, den Ausbau der Stell- und Zeltplätze (sowie deren Digitalisierung) zu unterstützen, da die hohe Inflation die Margen schmälert und neue Gästegruppen angezogen werden (z.B. jüngere Familien, internationale Gäste). Die Dynamik im Campingmarkt bleibt also hochinteressant – ob die Preise weiter steigen und wie der Camping-Boom das Reiseverhalten anderer Branchen beeinflusst, bleibt abzuwarten.

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