Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: WHO vermutet Übertragung von Mensch zu Mensch

Nach mehreren Todesfällen und Infektionen während einer Atlantik-Kreuzfahrt geht die WHO nun davon aus, dass sich das Hantavirus diesmal direkt zwischen Menschen verbreitet hat. Weltweit sieht die Organisation das Risiko trotzdem als gering an.

heute 11:59 Uhr | 4 mal gelesen

Die Entwicklungen auf der MV Hondius sorgen für Unruhe – und bleiben dennoch für den Großteil der Weltbevölkerung nur eine Randnotiz. Nachdem die Kreuzfahrt am 1. April in Argentinien startete, kam es unter den 147 Passagieren und Crewmitgliedern zu insgesamt sieben Erkrankungen. Drei Menschen sind daran gestorben, einer davon aus Deutschland, eine weitere Person liegt schwer erkrankt im Krankenhaus, während die übrigen drei vergleichsweise glimpflich davonkamen. Das Schiff harrt nun unter Quarantäne vor den Kapverden aus; ein surreales Szenario, fast wie aus einem Roman. Dass Hantaviren beim Menschen meist durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen werden, ist eigentlich klar – jedoch kennt die Forschung in seltenen Fällen auch direkte Ansteckungen, besonders durch das sog. Andes-Virus. Für diese Form der Übertragung sieht die WHO meistens engen und länger andauernden Kontakt als Voraussetzung, etwa innerhalb einer Familie oder in Partnerschaften. Insbesondere in der Anfangsphase der Erkrankung ist das Risiko am höchsten, sagen die Expert*innen. Die Symptome? Zuerst unspezifisch: Fieber, Kopfweh, Muskelkater, manchmal Übelkeit. Später können lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungenentzündung, Schock oder Nierenversagen auftreten. Wenig tröstlich, dass laut WHO das Risiko für den Rest der Welt gering bleibt – so richtig beruhigend klingt das angesichts der Umstände trotzdem nicht.

Ein Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius, einer Kreuzfahrt zwischen Argentinien und den Kapverden, hat sieben Infizierte gefordert, darunter drei Todesopfer und eine Person in kritischem Zustand. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet das Risiko einer globalen Ausbreitung aktuell als niedrig, sieht jedoch Hinweise auf eine seltene Mensch-zu-Mensch-Übertragung – bekannt bisher vor allem beim Andes-Virus. Bisherige Erkenntnisse zeigen, dass solche Übertragungen engen und anhaltenden Kontakt voraussetzen und insbesondere in der Frühphase des Krankheitsverlaufs vorkommen können. Gesundheitsbehörden betonen, wie ungewöhnlich dieser Übertragungsweg ist und rufen zu Wachsamkeit auf, insbesondere auf Schiffen oder in anderen, engen Gemeinschaften. Laut aktuellen Medienberichten wird das betroffene Schiff weiterhin unter Quarantäne gehalten, während Wissenschaftler fieberhaft zur Quelle und zum konkreten Infektionsweg forschen. Die Betroffenen zeigen typische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, die allerdings in schweren Fällen rasch in Organversagen übergehen können. International wurden auch von anderen Behörden und Wissenschaftlern Warnungen ausgesprochen, Similaritätsfälle sucht man bislang jedoch vergeblich.

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