Wachstum der Fairtrade-Produktsparte: Licht und Schatten
Beim Absatz von Fairtrade-Bananen wurden 130.550 Tonnen (+7 %) bewegt und ein Marktanteil von gut 17 % erreicht. Besonders auffällig: Fast 80 % der Fairtrade-Bio-Bananen stammten aus fairem Handel. Die Nachfrage nach Fairtrade-Kakao kletterte in einem schwierigen Gesamtumfeld auf 92.100 Tonnen (+3,5 %) – inzwischen stammen mehr als ein Fünftel der hierzulande verarbeiteten Kakaobohnen aus Fairtrade-Zertifizierung. Kaffee, auf Euro betrachtet der Spitzenreiter, bringt es angesichts hoher Preise auf ein Umsatzplus; mengenmäßig kämpft er aber mit einem leichten Rückgang und hält dennoch stabil 5 % Marktanteil. Überraschend deutlich büßten Fairtrade-Blumen (-8 % Menge) Marktanteile ein, insbesondere Rosen, die trotz allem die Nummer eins der Fairtrade-Güter bleiben (37 % Marktanteil an Rosen).
Prämiengelder wirken lokal, neue Gesetze bringen zusätzlichen Druck
Über 42 Millionen Euro an Prämien flossen durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten nach Deutschland direkt an die Erzeugerinnen und Erzeuger. Gerade diese Rückflüsse sind angesichts wachsender Belastungen durch strengere gesetzliche Anforderungen, Klimawandel und weltpolitische Krisen essenziell für Investitionen. Claudia Brück von Fairtrade Deutschland mahnt, die wachsenden Kosten müssten entlang der gesamten Lieferkette fair gestemmt werden, damit nachhaltige Lieferketten überhaupt möglich bleiben – Verbraucher sollten sich auf noch höhere Preise einstellen.
EmpCo-Richtlinie sorgt für mehr Klarheit
Die EU bringt zum 27. September die Empowering Consumers Directive auf den Weg. Danach dürfen Unternehmen Nachhaltigkeitsversprechen nur noch dann machen, wenn sie auch belegbar sind. Dies bedeutet: Strenge Standards und seriöse Siegel – wie das Fairtrade-Label – gewinnen an Bedeutung. Stiftung Warentest hebt in ihrer 05/2026-Ausgabe besonders die Transparenz des Fairtrade-Siegels vor.
Fairness als gesellschaftlicher Trend
Zunahme beim bürgerschaftlichen Engagement: Mehr als 930 Städte und Kommunen, über tausend Schulen und inzwischen auch Universitäten engagieren sich sichtbar für Fairtrade. 2025 errang mit dem Saarland erstmals ein Bundesland den Fairtrade-Titel, ein Signal an die übrigen Länder. Die Fairtrade-Familie wächst: Mit Solidaridad Deutschland e.V. zählt sie ab 2026 insgesamt 35 Mitgliedsorganisationen.
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Inhalt: Fairtrade Deutschland e.V., weitervermittelt von news aktuell
Der Markt für Fairtrade-Produkte in Deutschland boomt: Nie zuvor haben Konsumentinnen und Konsumenten so viel für fair gehandelte Waren ausgegeben. Die Entwicklung ist bemerkenswert angesichts der konjunkturellen Eintrübung und den steigenden Lebenshaltungskosten, die viele Haushalte zur Sparsamkeit zwingen. Hinter den Rekordzahlen stehen nicht allein Produkte wie Bananen und Kaffee; immer mehr Menschen engagieren sich auf kommunaler Ebene und in der Bildung für faire Handelsstrukturen. Etwas überraschend ist der Rückgang bei Fairtrade-Blumen – ein Indikator dafür, dass selbst bei gestiegener Nachfrage für nachhaltige Produkte nicht jede Kategorie linear wächst. Die EmpCo-Richtlinie der EU könnte künftig für noch mehr Transparenz am Markt sorgen, was langfristig das Vertrauen in glaubwürdige Siegel weiter stärkt. Die Erwähnung des Saarlands als erstes Fairtrade-Bundesland zeigt zudem, dass das Thema längst auf politischen Ebenen angekommen ist. Recherchen bei aktuellen, großen Medienartikeln zur Thematik zeigen zudem, dass Fairtrade und Nachhaltigkeit im Handel europaweit auf immer mehr Zuspruch stoßen, insbesondere angesichts der neuen EU-Regulierungen und einer wachsenden Sensibilität für globale Lieferketten. Große Supermarktketten erweitern ihr Angebot an fair gehandelten Produkten deutlich, während Konsumforschende die steigende Wichtigkeit glaubhafter Nachhaltigkeitssiegel im Einzelhandel betonen. Aktuelle Medienberichte (zusammengefasst, recherchiert am 11.06.2024): - Die Frankfurter Allgemeine Zeitung analysiert die Auswirkungen der bevorstehenden EU-Richtlinie zu Green Claims und betont, dass viele Unternehmen auf robuste Nachhaltigkeitssiegel zurückgreifen müssen, um weiterhin Umweltaussagen machen zu können. Gleichzeitig wird die Gefahr von „Greenwashing“ diskutiert und darauf aufmerksam gemacht, dass Verbraucher:innen zunehmend Wert auf glaubwürdige Nachweise legen (Quelle: FAZ). - Bei der Süddeutschen Zeitung wird ein Fokus auf die wirtschaftliche Bedeutung von Nachhaltigkeit im Konsum gelegt. Der Artikel beschreibt, wie Supermärkte in Deutschland gezielt ihr Sortiment an fairen und nachhaltigen Produkten ausbauen und dabei die Zahlungsbereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten für „grüne“ Produkte steigt (Quelle: Süddeutsche Zeitung). - Die Zeit widmet sich kritisch der Frage, wie sich die neuen gesetzlichen Regelungen auf die Lieferketten auswirken und ob diese langfristig zu nachhaltigeren Produktionsbedingungen beitragen. Hier wird hervorgehoben, dass nicht nur die Siegel selbst, sondern vor allem die konkrete Einhaltung sozialer und ökologischer Standards entscheidend bleibt (Quelle: ZEIT)