Tennessee zum Beispiel ist hart getroffen: Über den Bundesstaat hat sich eine Eisschicht gelegt, die nicht nur Bäume und Stromleitungen unter ihrem Gewicht brechen lässt, sondern auch 128.000 Menschen die Lichter ausknipst. Im benachbarten Texas und Mississippi sieht's kaum besser aus – jeweils Hunderttausende Stromkunden hängen in der Dunkelheit. Flugreisende erleben währenddessen einen Albtraum: Seit Samstag wurden US-weit mehr als 15.000 Verbindungen gestrichen, alleine am Sonntag reihen sich fast 10.000 Cancellations aneinander – man mag kaum glauben, dass es so etwas jemals gegeben hat. Für Montag sind die Prognosen düster: Schon jetzt sind hunderte Flüge in Metropolen wie New York oder Boston abgesagt. Der nationale Wetterdienst ist alarmiert und warnt: Schnee- und Eismassen könnten auch in den kommenden Tagen zu gefährlichen Fahrbahnen führen. Die Städte richten Wärmestuben für Obdachlose ein, während Supermärkte von Hamsterern überrannt werden. In den Ministerien überschlagen sich die Superlative – während die Politiker von einer Jahrhundertkatastrophe sprechen, bleibt ungewiss, wie lange sich die Lage noch zuspitzen wird. Und am Ende fragt man sich: Warum trifft uns das so unvorbereitet, Jahr für Jahr?
Im Kern haben Schneemassen, Eisregen und Stürme in weiten Teilen der USA für chaotische Zustände gesorgt. Stromnetze brechen unter der Last zusammen, der Flugverkehr steht vielerorts still und Millionen Menschen sind von elementaren Dienstleistungen abgeschnitten – viele kämpfen sogar mit der Angst vor Kälte oder Versorgungsengpässen. Laut neuen Recherchen sind besonders ältere Menschen und sozial Schwache gefährdet, da sie sowohl Wohnraum als auch Mobilität häufig nur eingeschränkt sichern können. Präsident Biden hat am Wochenende den nationalen Notstand ausgerufen, um Hilfsgelder freizugeben. Außerdem wurde berichtet, dass die Polizei teils Straßensperren einrichtet, um Unfälle auf spiegelglatten Fahrbahnen zu verhindern. Medien wie die New York Times und CNN sprachen von fast 'unkoordiniertem Krisenmanagement', da nicht überall genügend Streufahrzeuge, Unterkünfte und Notrufkapazitäten bereitstehen.