Auffällig: Rund jeder Sechste ist unentschlossen oder wollte sich in der Befragung nicht äußern. Dieses Muster ist bei militärischen Eingriffen nichts Neues – als 2003 die USA den Irak angriffen, war die Ablehnung mit 80 Prozent noch ausgeprägter. Interessant ist, wie tief das generelle Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung verwurzelt ist. Aktuell nehmen 77 Prozent der Deutschen die weltpolitische Situation als bedrohlich wahr; im Februar 2022 lag dieser Wert noch um 23 Prozent tiefer. Die Furcht vor globaler Willkürpolitik wächst ebenfalls, 85 Prozent befürchten, dass das Recht des Stärkeren immer dominanter wird – vier Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn. Auch Handelsbeziehungen bewegen: 80 Prozent der Befragten fürchten Beeinträchtigungen im Welthandel durch die Iran-Spannungen. Drei von vier fürchten sogar eine Ausweitung des Konflikts auf andere Länder. Um das Schicksal der iranischen Bevölkerung sorgen sich 71 Prozent. Mit Blick auf Europas Sicherheit sind immerhin noch 66 Prozent beunruhigt (leicht gesunken seit Januar), während 55 Prozent Angst vor einem weiteren Vorrücken Russlands haben – ein Rückgang gegenüber Oktober letzten Jahres. Bei der Einschätzung internationaler Partnerländer herrscht weiter große Zurückhaltung: Nur 15 Prozent empfinden die USA als zuverlässigen Partner, Israel kommt mit 17 Prozent kaum besser weg. Das Vertrauen in Frankreich (82 Prozent) und Großbritannien (75 Prozent) ist im Vergleich klar stabiler und hoch. Die Bewertung der Ukraine bleibt gespalten: 39 Prozent halten das Land für vertrauenswürdig, während 47 Prozent skeptisch bleiben.
Die meisten Deutschen sehen den Angriff der USA und Israels auf den Iran kritisch; eine klare Mehrheit hält ihn für nicht gerechtfertigt. Die aktuelle geopolitische Lage löst umfassende Besorgnis in der deutschen Bevölkerung aus, wobei Ängste um internationale Stabilität, Handel und mögliche Ausweitung von Konflikten dominieren. Das Vertrauen der Deutschen in westliche Partner wie die USA und Israel bleibt auf niedrigem Niveau, während Frankreich und Großbritannien weiterhin als verlässliche Verbündete gelten. Ergänzende Auswertung aktueller Medienberichte zeigt, dass die öffentliche Meinung in Deutschland derzeit von tiefer Verunsicherung geprägt ist – insbesondere durch die Vielzahl paralleler Krisen, von Nahost über die Ukraine bis zu globalen Handelsrisiken. Laut taz sorgt die komplizierte Lage im Nahen Osten für ein wachsendes Gefühl der Ohnmacht in der deutschen Öffentlichkeit (Quelle: taz). Die DW hebt hervor, wie sich diese Konflikte unmittelbar auf die deutsche Außenpolitik und auf diplomatische Beziehungen auswirken (Quelle: DW). Auf Spiegel Online steht die Frage im Vordergrund, wie die Bundesregierung auf den wachsenden innenpolitischen und gesellschaftlichen Druck in diesen außenpolitischen Angelegenheiten reagiert (Quelle: Spiegel).