Umfrage: Union baut Vorsprung vor AfD aus – Regierung bleibt unbeliebt

Die Union legt in der aktuellen Infratest-Umfrage wieder etwas zu und setzt sich spürbar von der AfD ab. Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung bleibt jedoch verbreitet.

heute 18:03 Uhr | 4 mal gelesen

In der neuesten Infratest-Umfrage zur politischen Stimmung in Deutschland kommt die Union auf 28 Prozent – das bedeutet ein Plus von 2 Prozentpunkten im Vergleich zum Stand im Februar. Die AfD pendelt sich bei 23 Prozent ein, was einem kleinen Rückgang entspricht. Die SPD rutscht ab auf nur noch 14 Prozent. Auch die Grünen können sich nicht entscheidend erholen, landen bei 13 Prozent; die Linke wird mit 9 Prozent gemessen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht kommt derzeit auf 4 Prozent, die anderen Parteien zusammen – darunter fällt auch die FDP – erzielen 9 Prozent. Für die Erhebung wurden von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.317 Wahlberechtigte befragt. Auffällig: Zufrieden mit der Regierung zeigen sich nur 25 Prozent der Befragten, während Dreiviertel (73 Prozent) ihnen ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Das Bild vom Miteinander der Regierungsparteien ist ebenfalls geprägt von Skepsis, obwohl hier eine leichte Verbesserung gegenüber Mai sichtbar wird (jetzt 19 Prozent zufrieden, damals 10 Prozent). Was die bisherige Leistung der derzeitigen Koalition angeht, äußern sich 18 Prozent überzeugt, aber eine überwältigende Mehrheit bleibt kritisch. Die Art und Weise, wie die Politik vermittelt wird, überzeugt gerade einmal 16 Prozent. Verdrießlich auch der Blick auf einzelne Kabinettsmitglieder – Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) schneidet mit 55 Prozent Zustimmung am besten ab, dennoch verliert auch er leicht. Die Bekanntheit und Bewertung der anderen Ministerinnen und Minister klafft weit auseinander; viele werden kaum wahrgenommen. So sind beispielsweise 33 Prozent mit der Arbeit von Johann Wadephul (CDU) als Außenminister zufrieden, während ihn über ein Viertel der Befragten gar nicht kennt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht einen Wert von 29 Prozent Zufriedenheit, fast 70 Prozent hingegen finden seine Arbeit nicht überzeugend. Auch Alice Weidel (AfD) bleibt konstant bei 25 Prozent Zufriedenheit.

Die Union kann ihren Vorsprung vor der AfD weiter ausbauen und etabliert sich als stärkste Kraft; zugleich erstarkt die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung, was sich in schwachen Werten für Kanzler und Kabinett widerspiegelt. Interessant ist die deutliche Diskrepanz zwischen dem Zufriedenheitswert für die Regierung als Ganzes und einzelnen, populären Ministern wie Boris Pistorius. Die Problematik der mangelnden Bekanntheit vieler Kabinettsmitglieder bleibt ein strukturelles Thema: Personen wie Johann Wadephul und Franziska Brantner sind großen Teilen der Bevölkerung nicht geläufig. Aktuelle Informationen aus anderen Quellen zeigen zudem, dass das europäische Wahlergebnis die deutsche Innenpolitik beeinflusst; insbesondere Diskussionen um Migration, Wirtschaftspolitik und Energiepreise prägen derzeit die Debatte. Viele Beobachter sehen in den Umfrageergebnissen einen Ausdruck tiefer politischer Verunsicherung und einer wachsenden Spaltung zwischen ländlichen und urbanen Regionen. Die teilweise Auflösung parteipolitischer Bindungen verschärft diese Tendenzen, womit die politische Landschaft in Deutschland weiter in Bewegung bleibt.

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