Tja, wer hätte das Ende 2024 gedacht: Deutschland hat sich 2025 plötzlich zum Magneten für internationale Investoren gemausert. Nach Jahren, in denen das Kapital fast im Dauerlauf aus Deutschland in andere Länder abfloss, drehte sich der Trend. Das Institut der deutschen Wirtschaft meldete am letzten Sonntag, dass rund 96 Milliarden Euro von ausländischen Unternehmen ihren Weg nach Deutschland fanden – mehr als doppelt so viel wie noch 2024. Das ist nicht irgendeine Randnotiz, denn üblicherweise lagen die Nettoabflüsse der vergangenen zwei Dekaden deutlich im Minus, also Richtung Ausland. Es fühlt sich fast ein wenig wie eine Wendezeit an – immerhin gab es so etwas außer im ersten Corona-Jahr zuletzt 2003.
Handelsforscher Jürgen Matthes vom IW betonte sogar, dass gerade jetzt die Verlässlichkeit und Berechenbarkeit Deutschlands wie eine Art Rettungsanker wirken. In Zeiten, in denen beispielsweise die Vereinigten Staaten mit erratischen politischen Kursen überraschen – Trumpske Drohungen inklusive –, rückt die deutsche Kombination aus politischer Stabilität und klaren Regeln offenbar wieder ins Scheinwerferlicht der Wirtschaftslenker. Spannend, dass ausgerechnet Unsicherheiten anderswo für diesen neuen Boom am heimischen Standort sorgen könnten. Und man fragt sich fast: Ist das jetzt ein nachhaltiger Neustart – oder nur ein überraschender Ausschlag nach oben?
Im Jahr 2025 erlebte Deutschland einen massiven Anstieg ausländischer Direktinvestitionen – von 43 auf 96 Milliarden Euro binnen eines Jahres. Es ist das erste Mal seit über zwei Jahrzehnten (abgesehen von Corona-bedingten Ausnahmejahren), dass mehr ausländisches Kapital nach Deutschland floss als umgekehrt. Das IW führt dies vorrangig auf die Stabilität und verlässliche Rechtslage in Deutschland zurück, wobei globale Unsicherheiten wie die politische Unberechenbarkeit in den USA mit eine Rolle spielen. Ergänzend teilte das IW mit, dass die Investitionsfreude besonders auf Hightech- und nachhaltigkeitsorientierte Branchen sowie auf Großprojekte in der industriellen Transformation abzielt. Die Bundesregierung begrüßte die Entwicklung, warnte jedoch vor zu großen Erwartungen, da strukturelle Herausforderungen – beispielsweise hohe Energiepreise oder Bürokratie – weiterhin angegangen werden müssten. Neueste Meldungen berichten zudem, dass insbesondere asiatische und nordamerikanische Investoren nach Deutschland expandieren, teils auch als Reaktion auf Unsicherheiten in ihren Heimatmärkten.