Leni Riefenstahl: Zwischen Ruhm, Selbstinszenierung und NS-Propaganda – Ein neuer WDR-Podcast geht auf Spurensuche

Sie verkörperte Erfolg, Stil und Hingabe ans Bild – und arbeitete doch als eine der einflussreichsten Medienmacherinnen im Dienste des Nationalsozialismus: Leni Riefenstahl. Der WDR-Podcast wirft einen kritischen Blick hinter die makellos gepflegte Fassade, mit der sie ihre Rolle im Nazi-Regime kleinzureden versuchte. Standhaft hielt sie an ihrer Legende der Ahnungslosen fest – bis ins hohe Alter, gegen alle Fakten.

heute 12:05 Uhr | 2 mal gelesen

Mit „Riefenstahl: Influencerin des Bösen“ wagt Katja Paysen-Petersen gemeinsam mit Regisseur Klaus Uhrig ein akribisches Update aus der Werkstatt der Geschichtserzählung. Im Zentrum steht ein Leben zwischen künstlerischen Ambitionen und gezielter Selbstverklärung: Über 100 Stunden privater Audios – erstmals ausgewertet – treffen auf historische Aufarbeitung. Der Podcast leuchtet Riefenstahls Annäherung an die Macht und zur NS-Propaganda aus – und blickt auch auf die allgemeinen Mechanismen von Propaganda, die ja heute noch erschreckend wirksam sind.

Was trieb die talentierte Filmemacherin dazu, nach 1933 so eng mit Hitler zu kooperieren? Und warum gelang es ihr, sich bis zu ihrem Tod 2003 so hartnäckig der Verantwortung zu entziehen und das Märchen der unpolitischen Künstlerin zu erzählen? Die aufgedeckten Diskrepanzen zwischen Selbstdarstellung und Wirklichkeit legen ein System der Lüge offen, das bis heute in der öffentlichen Wahrnehmung nachwirkt.

Die fünfteilige Serie startet am 20. März 2026 in der neuen ARD Sounds App im Rahmen des Formats „Alles Geschichte“ (zu finden unter: https://www.ardaudiothek.de/sendung/alles-geschichte-der-history-podcast/urn:ard:show:fdb83c5530d71150/) – und überall da, wo Podcasts zu finden sind.

Vorab können akkreditierte Journalist:innen den Podcast in der WDR-Presselounge streamen.

Weitere Informationen, Kontakte und Bildmaterial gibt es beim WDR unter:
Zur Presselounge | ARD-Fotoportal
Pressekontakt: WDR Kommunikation, Tel. 0221 220 7100, kommunikation@wdr.de

Der Podcast des WDR begibt sich auf eine differenzierte Reise durch das Leben und die Wirkungsgeschichte Leni Riefenstahls. Mit seltenen Originalaufnahmen aus ihrem Nachlass stellt Katja Paysen-Petersen die berüchtigte Behauptung Riefenstahls, sie habe von den Gräueltaten nichts gewusst, auf den Prüfstand. Die fünfteilige Serie liefert nicht nur eine medienhistorische Neubewertung ihrer Rolle im Nationalsozialismus, sondern erinnert auch daran, wie gefährlich und subtil Propaganda funktioniert – eine Problematik, die angesichts gegenwärtiger Manipulationsversuche in Gesellschaft und Politik beklemmend aktuell bleibt.

Ergänzend dazu wurde in den letzten Stunden in verschiedenen Medien etwa diskutiert, wie Erinnerungskultur und der Umgang mit problematischen Künstler:innen neu gedacht werden muss. Es fanden Debatten über den Umgang mit NS-belasteten Kunst- und Kulturschaffenden ebenso statt wie Auseinandersetzungen mit revisionistischen Strömungen im Netz. Darüber hinaus warnen aktuelle Leitartikel vor der Naivität im Umgang mit modernen Formen von Propaganda und Desinformation, auch abseits des historischen Kontextes.

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