Hilfe für Gestrandete: Grüne mahnen Regierung zu konsequenter Ausreiseunterstützung im Iran-Konflikt an

Angesichts des eskalierenden Konflikts im Iran verlangen die Grünen mehr Engagement der Bundesregierung: Sie fordern rasche Unterstützung für die Deutschen, die in der Krisenregion festsitzen – und kritisieren Untätigkeit scharf.

heute 13:43 Uhr | 1 mal gelesen

Während Großbritannien bereits konkrete Pläne schmiedet, um seine Bürger aus der Region zu holen, scheint Berlin – höflich ausgedrückt – den Ernst der Lage noch nicht vollends erfasst zu haben. Zumindest sieht das die außenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Deborah Düring, so. Sie schrieb, ein Staat, der seine Bürger im Krisenfall nicht zuverlässig heimbrachte, lasse es an Verantwortung missen – und auch die Vorbereitung auf Notlagen wirke nicht überzeugend. Düring verwies darauf, wie wichtig jetzt schnelle, alternative Ausreisewege seien. Dazu gehöre, in enger Abstimmung mit internationalen Partnern sichere Optionen zu schaffen und flexibel zu reagieren, wenn die regulären Flugrouten aufgrund geschlossener Lufträume wegfallen. Den Betroffenen nur ständig Updates zur Lage zu schicken, reiche jedenfalls nicht aus. CDU-Außenminister Johann Wadephul verteidigte die bisherigen Maßnahmen: Niemand könne derzeit regulär ausgeflogen werden, solange die Luftwege blockiert seien, erklärte er. Im Übrigen liege ein Teil der Verantwortung auch bei den Reisenden selbst – das Risiko sei bekannt gewesen. Gleichwohl stehe sein Ministerium mit Reiseunternehmen in engem Kontakt, versicherte er.

Im Kern geht es um einen schweren Vorwurf: Die Bundesregierung handle zu zaghaft, wenn es darum geht, Deutschen im Iran-Konflikt eine sichere Rückkehr zu ermöglichen – so zumindest der klare Tenor der Grünen. Sie plädieren für Notfallpläne und internationale Zusammenarbeit, während die Regierung auf Informations-Angebote und die Eigenverantwortung der Betroffenen verweist. Aktuelle Berichte aus Iran und angrenzenden Ländern zeigen, dass etliche Regierungen – etwa Großbritannien und Frankreich – Evakuierungen vorbereiten oder bereits durchführen. Ergänzend dazu: Laut DW wird die Lage in Iran aufgrund des sich verschärfenden Konflikts zunehmend unüberschaubar. Mehrere Nationen warnen vor Reisen in die Region, während Flüge aus Sicherheitsgründen ausgesetzt wurden. Währenddessen wächst in Deutschland und Europa die Sorge vor einer weiteren Eskalation, wie die FAZ analysiert – zumal auch Israels Verteidigungsbereitschaft nach Einschätzung der Süddeutschen viele weitere Staaten in Alarmbereitschaft versetzt. Im Netz mehren sich Hinweise auf organisierte Rettungskorridore, allerdings ist die Situation weiterhin angespannt und dynamisch. Für viele deutsche Familien in der Region ist die Unsicherheit kaum auszuhalten – das schildern Betroffene in verschiedenen Medienberichten. Laut Spiegel gibt es diplomatische Bemühungen über die Botschaften, aber auch Hinweise auf logistische Engpässe seitens Luftwaffe und Außenamt.

Schlagwort aus diesem Artikel