Vor USA-Besuch: Merz spricht telefonisch mit Selenskyj

Unmittelbar vor seiner Abreise in die Vereinigten Staaten hat CDU-Chef Friedrich Merz den Kontakt zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesucht. Im Gespräch tauschten sie sich über zentrale politische Fragen aus.

heute 13:44 Uhr | 4 mal gelesen

Offenbar hat Friedrich Merz, bevor er überhaupt die Koffer für Washington packte, zum Hörer gegriffen. Ein Anruf nach Kiew, und schon sprach er mit Präsident Selenskyj über aktuelle Herausforderungen. Interessanterweise brachte Merz Einblicke von seinem Abstecher nach China ins Spiel: China, so sein Eindruck, hätte einen ganzen Werkzeugkasten voller Möglichkeiten, um Russlands Verhalten – und vielleicht auch dessen Kriegsbereitschaft – zu beeinflussen. Ob das Wunschdenken ist oder tatsächlich mehr dahintersteckt, lässt sich schwer sagen, aber der Gedanke ist zumindest nachvollziehbar. Aber damit nicht genug: Es ging auch um die ukrainischen Sorgen über mögliche neue russische Angriffe – angeblich hätten die Geheimdienste Hinweise vorliegen. Die Forderung Selenskyjs nach zusätzlichen Luftabwehrraketen ließ er dabei nicht unter den Tisch fallen. Zwischendurch drehten sich die Ausführungen auch um die Friedensaussichten, wobei in letzter Zeit ohnehin vieles auf der internationalen Bühne ins Wanken geraten ist – gerade durch die Entwicklungen im Nahen Osten. Merz zeigte sich scheinbar bemüht, alle Sorgen aufzunehmen, aber ob solche Telefonate wirklich mehr sind als politische Symbolik? Man weiß es nicht.

Friedrich Merz hält kurz vor seinem USA-Aufenthalt ein intensives Telefonat mit Wolodymyr Selenskyj. Dabei steht die Koordination vor dem Treffen mit US-Präsident Trump auf der Agenda. Der CDU-Politiker informiert außerdem über seine China-Reise, wobei chinesischer Einfluss auf Russland zur Sprache kommt und die prekäre Lage an der ukrainischen Front wie auch der akute Bedarf an Luftabwehrsystemen eben nicht ausgespart bleiben. Zusätzlich wird über Friedensoptionen im Kontext der angespannten internationalen Situation gesprochen. Neueren Berichten zufolge (etwa in der Süddeutschen Zeitung, FAZ und Zeit Online) bleibt die Unterstützung für die Ukraine aus westlicher Sicht zentral, während russische Betätigungen an der Front und weltpolitische Sympathien für Moskau weiter beobachtet werden. In den letzten Stunden wurde zudem diskutiert, wie sehr Deutschlands Haltung von der internationalen Stimmung, gerade auch aus den USA, beeinflusst wird – mit besonderem Fokus auf die Sicherheitslage und neue Sanktionspakete. Es zeichnet sich ab, dass die diplomatischen Bemühungen, einschließlich solcher Telefongespräche, weiterhin einen Drahtseilakt zwischen Druck auf Russland und Suche nach diplomatischen Lösungen darstellen.

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