Wohnungsbau in Deutschland: Zahl der Baugenehmigungen legt im Februar deutlich zu

Im Februar 2026 erhielten rund 22.200 Wohnungen grünes Licht für den Bau – das Statistische Bundesamt vermeldet damit eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

heute 08:14 Uhr | 1 mal gelesen

Wer sich hin und wieder mit Statistiken beschäftigt, weiß: Zahlen sind manchmal sperrig, verraten aber dennoch mehr als ein reiner Blick aus dem Fenster. So meldet das Statistische Bundesamt für Februar 2026 einen Aufschwung bei den Baugenehmigungen: Plötzlich sprechen wir von 22.200 bewilligten Wohnungen – ein Plus von über 24 Prozent im Vergleich zu zwölf Monaten zuvor. Auffällig ist vor allem das Segment des Neubaus: Hier springen die Zahlen sogar um satte 30,6 Prozent hoch – 19.000 Wohnungen dürfen neu entstehen. Allerdings bröckelt es ein wenig an anderer Stelle: Der Umbau bestehender Gebäude hinkt hinterher, da sind es 3.200 genehmigte Wohnungen, ein kleines Minus von 4 Prozent. Wenn man den Blick weitet und die ersten beiden Monate ins Visier nimmt, sieht die Landschaft ähnlich dynamisch aus – von Januar bis Februar wurden in Summe 41.700 Einheiten genehmigt, 16,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Löwenanteil entfällt auf Neubauten: Über 34.500 Genehmigungen in neuen Wohngebäuden kamen zusammen, davon entfielen gut 7.800 auf Einfamilienhäuser und 2.400 auf Zweifamilienhäuser. Mehrfamilienhäuser behaupten klar ihre Stellung als Spitzenreiter mit knapp 22.000 Einheiten – dabei klettert die Kurve um beachtliche 18 Prozent nach oben. Ein Randphänomen, aber nicht ganz trivial: Auch Nichtwohngebäude wie Schulkomplexe mit Hausmeisterwohnungen oder Gewerbebauten mit Wohnungen oben drauf legen zu, fast 950 wurden bewilligt – da sind es erstaunliche 85 Prozent Zuwachs. Und wer nun denkt, der Umbau ist tot, irrt sich: 6.300 neue Wohnungen durch Umbauten von Altbestand wurden genehmigt – immerhin ein leichter Zuwachs.

Im Februar und im ersten Quartal 2026 boomt die Vergabe von Baugenehmigungen in Deutschland deutlich – Alarmsignale aus den vergangenen Jahren zum trotz. Haupttreiber ist der Neubau, während der Umbau bestehender Strukturen leicht rückläufig ist. Gründe für den Anstieg sehen Experten unter anderem in frühzeitigen Einreichungen, Fördermaßnahmen und einer gewissen Hoffnung, dass Zinshöhen ihren Höhepunkt überschritten haben könnten. Ergänzend ist in aktuellen Medien zu lesen, dass die Bundesregierung im Februar zusätzliche Fördermittel angekündigt und das Bauministerium stärkeren Fokus auf schnellen, einfachen Wohnungsbau gelegt hat. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass trotz steigender Genehmigungszahlen der tatsächliche Baustart aufgrund hoher Baukosten und Materialengpässen vielerorts weiterhin verzögert erfolgt. Verschiedene Initiativen, etwa für klimafreundlicheren Bau und gezielte Förderung von Wohnraum in Ballungsgebieten, stoßen teils auf Widerstand bei Kommunen, werden aber bundesweit intensiv diskutiert.

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