Die Umfrage von Allensbach offenbart: Grünen-Anhänger geraten am häufigsten in Rage, wenn andere Meinungen vorgetragen werden. Bei AfD-Wählern ist die Zahl ebenfalls hoch, während Unions- und SPD-Wähler etwas gelassener wirken. Überraschend: Der soziale Nahbereich – also der Kreis enger Freunde – ist offenbar politisch homogener als die Bubble in sozialen Netzwerken, was der gemeinhin verbreiteten Meinung widerspricht. Die Studie erhält damit zusätzliche Relevanz, denn sie stellt grundlegende Einschätzungen über gesellschaftliche Diskussionsräume infrage. Bei jüngeren Umfragen und Prognosen zu gesellschaftlichen Haltungen in Deutschland gibt es Hinweise, dass Polarisierung und Echokammern zwar im Internet sichtbar sind, aber analoge Kreise oft unterschätzt homogen bleiben. Aktuelle politische Stimmungen, z.B. im Zuge der Europawahl und der anstehenden Landtagswahlen, zeigen ebenfalls eine wachsende Emotionalität in allen politischen Lagern. Diskussionskultur bleibt ein hart umkämpftes Feld: Während einige Medien anmahnen, Debattenräume offener und konstruktiver zu gestalten, warnen Parallelstudien vor wachsender „Empörungsbereitschaft“ quer durch alle Gesellschaftsschichten.
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