Monatlich verschlingt die Entlastungsaktion an den Zapfsäulen stattliche 330 Millionen Euro – klingt viel, aber wie verteilt sich dieses Geld eigentlich? Im Schnitt profitieren Haushalte mit normalen Verbrennerautos mit gerade mal elfeinhalb Euro monatlich, hat das Team um Karl Seeger vom Energiesystemökonomie-Lehrstuhl berechnet. Der größte Teil fließt jedoch an Leute, die finanziell eigentlich nicht besonders unter Druck stehen. Basis für diese Erkenntnisse sind amtliche Statistiken und das Sozio-oekonomische Panel. Viel überraschender vielleicht: Durch den Rabatt steigt der Spritverbrauch der privaten Haushalte um etwa zwei Prozent. Und das ausgerechnet in Zeiten, in denen Öl aus dem Nahen Osten sowieso knapp und teuer ist. Aaron Praktiknjo – ebenfalls Teil der Untersuchungsgruppe – warnt, dass die Mehrnachfrage die ohnehin angespannten Märkte noch weiter unter Druck bringt. Unterm Strich: Wer auf zielgenaue Unterstützung gehofft hat, fährt mit dem Tankrabatt eher einen Umweg.
Die RWTH-Aachen-Studie verdeutlicht, dass die finanzielle Unterstützung durch den Tankrabatt beinahe am Bedarf vorbei verteilt wird und vielerorts einfach nicht wirklich ankommt. Mit lediglich 8,6 Prozent landet ein verschwindend geringer Teil des Geldes bei Menschen in Energiearmut. Stimmen aus Politik und Wissenschaft werden lauter, dass der Rabatt damit eher Gegenteiliges bewirkt: Er verstärkt den Konsum, trägt zur weiteren Verknappung bei und heizt letztlich auch die Preise an. Neuere Diskussionen, etwa bei der taz, beleuchten zudem sozial-ökologische Alternativen, während verschiedene Medien von den politischen Folgen und Reaktionen berichten – darunter Forderungen nach gezielteren Hilfsmaßnahmen und nachhaltigen Energieprogrammen.