AfD überholt Union im ZDF-Politbarometer – Politlandschaft in Bewegung

Im aktuellen Politbarometer des ZDF liegt die AfD erstmals knapp vor der Union. Sollte am Sonntag gewählt werden, käme die AfD laut Umfrage weiter auf 26 Prozent; CDU/CSU büßen einen Punkt ein und landen bei 25 Prozent. Die Linke kann überraschend zulegen und erreicht wieder elf Prozent.

heute 07:54 Uhr | 3 mal gelesen

SPD und Grüne müssen jeweils einen Prozentpunkt abgeben, stehen nun bei mageren zwölf beziehungsweise vierzehn Prozent. Die FDP schafft es gerade mal auf drei Prozent; neun Prozent entfallen auf die sonstigen Parteien. Bemerkenswert: Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seinem Kabinett ist auf einem Rekordtief – so schlecht bewerteten Befragte die Regierungsarbeit lange nicht. Fast drei Viertel zweifeln daran, dass die Bundesregierung in der Lage ist, drängende Probleme im Land zu lösen. Zum Tankrabatt: Die Meinungen klaffen auseinander, doch rund neun von zehn sind überzeugt, dass die Entlastung nicht bei ihnen ankommt, sondern eher in den Kassen der Mineralölkonzerne verbleibt. Eine knappe Mehrheit ist für die 1.000-Euro-Krisenprämie, doch im Großen und Ganzen hält ein Großteil der Deutschen die Regierung für zu zögerlich im Umgang mit den explodierenden Energiepreisen. Die schlechte chemische Zusammensetzung im Regierungsbündnis sehen ebenfalls beinahe drei Viertel kritisch. Einziger Punkt mit breite Zustimmung: Mehr als 90 Prozent befürworten die Absage von Merz an eine militärische Beteiligung Deutschlands am Iran-Konflikt.

Die jüngste Umfrage des ZDF-Politbarometers wirbelt die gewohnte Ordnung auf: Die AfD liegt mit 26 Prozent erstmalig vor der Union. Regierung und Kanzler stehen laut Befragten massiv in der Kritik, vor allem wegen mangelnder Antworten auf Energiekrise und Teuerungen – das Misstrauen gegen die Ampel ist groß. Rund neunzig Prozent der Bevölkerung sprechen sich zudem strikt gegen eine deutsche Kriegsbeteiligung im Iran aus und bezweifeln, dass Entlastungsmaßnahmen wie der Tankrabatt tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen. In aktuellen Meldungen berichten Medien, dass sich die Unzufriedenheit mit dem derzeitigen politischen Kurs und Sorgen wegen fehlender sozialer Sicherung weiter verschärfen. Ebenso nimmt die Polarisierung zu, während die AfD besonders im Osten punktet. Experten diskutieren Ursachen für den Höhenflug der AfD: eine Mischung aus Protest, Unsicherheit und Misstrauen gegenüber dem politischen Establishment (siehe z.B. Berichte bei Zeit und SZ).

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