IWH: Deutsches Wachstum hängt am Nadelöhr Straße von Hormus

Laut dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) gibt’s nur dann spürbaren Schwung für die deutsche Wirtschaft, wenn die Straße von Hormus spätestens diesen Sommer wieder Schiffen offensteht. Ansonsten – so die nüchterne Prognose vom Donnerstag – dümpelt Deutschland 2026 wohl eher vor sich hin. Explosion beim Ölpreis, steigende Inflation, höhere Zinsen inklusive.

heute 11:02 Uhr | 4 mal gelesen

Es kommt noch dicker: Die Exportaussichten für Deutschland könnten empfindlich zurückgehen, sollte die Situation am Persischen Golf angespannt bleiben. Entspannt sich hingegen die Lage und bleiben die Energiepreise stabil, rechnet das IWH mit einer allmählichen, fast schon vorsichtigen wirtschaftlichen Erholung – etwa plus 0,9 Prozent Produktion in diesem und kommenden Jahr. Interessanterweise gilt das auch für den Osten Deutschlands; hier werden ähnliche Wachstumsraten gesehen. Noch im März hatte das IWH vorsichtige, aber positivere Töne angeschlagen: Für 2026 wurden damals plus 0,7 Prozent, für 2027 plus 1 Prozent ins Feld geführt. Man muss es so sagen: Am Ende zählt, ob und wann endlich wieder Tanker durch das Nadelöhr Hormus schippern dürfen.

Die jüngsten Einschätzungen des IWH zum deutschen Wirtschaftswachstum unterstreichen, wie sehr das Land weiterhin von globalen Energie- und Handelsströmen abhängig ist – insbesondere, was den freien Seeweg durch die Straße von Hormus betrifft. Sollte sich dort der Konflikt weiter zuspitzen oder die Blockade anhalten, könnten Preisanstiege beim Öl eine gefährliche Spirale auslösen: höhere Produktionskosten, weniger Exporte, langsamere Erholung – vielleicht sogar noch stärkere Inflation, als ohnehin schon Thema. Interessanterweise thematisieren andere Wirtschaftsinstitute und Medien ähnliche Unsicherheiten: Laut ifo-Institut und DIW sorgt geopolitische Unsicherheit derzeit für eine spürbare Investitionszurückhaltung in Deutschland, während der internationale Währungsfonds die steigende Inflationsgefahr hervorhebt, sollten Ölpreise weiter steigen.

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