Ob die für Mitte der Woche geplanten Treffen in Pakistan tatsächlich das Zeug haben, neuen Schwung an die Wall Street zu bringen? Das bleibt vorerst offen; vielleicht ist es ja letztlich nur Kosmetik, vielleicht aber auch nicht. Betriebsam war es unterdessen in der Pharmabranche: Eli Lilly plant die Übernahme von Kelonia Therapeutics für zunächst 3,25 Milliarden Dollar. Sollte Kelonia diverse Meilensteine erreichen, könnte der Preis gar auf 7 Milliarden steigen – ein ordentlicher Schluck aus der Pulle, wie es das Wall Street Journal nannte. Weiterer Gesprächsstoff: Spirit Aviation Holdings bietet offenbar der amerikanischen Regierung eine Beteiligung an der Billigfluglinie an, um einen drohenden Absturz (wohl im übertragenen Sinne) zu verhindern. Das Unternehmen braucht Geld, steigende Kerosinpreise machen der kompletten Branche schwer zu schaffen – und Zeichen für eine schnelle Besserung suchen Analysten bisher vergeblich. Am Devisenmarkt gab es gegen Abend einen etwas festeren Euro-Kurs zu beobachten (1,1786 Dollar), während Gold auf Talfahrt ging und am Abend für 4.816 US-Dollar pro Unze (minus 0,3 Prozent) zu haben war. Überraschend hoppelte der Ölpreis nach oben: Die Nordsee-Sorte Brent kletterte bis 22 Uhr auf satte 95,11 Dollar pro Barrel, das sind 5,2 Prozent mehr als zuletzt.
Die US-Börsen zeigen weiter Anfälligkeit gegenüber geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere durch den schwelenden Nahost-Konflikt. Insbesondere die Luftfahrtbranche steht, bedingt durch massiv gestiegene Kerosinpreise, wirtschaftlich unter Druck, wobei einzelne Anbieter bereits nach staatlicher Hilfe rufen. Pharma-Riesen wie Eli Lilly versuchen derweil durch groß angelegte Unternehmenskäufe, ihre Wachstumsstrategie auch in Krisenzeiten fortzuführen. Laut aktuellen Berichten bleibt der Ausblick für Aktienmärkte weltweit volatil, wobei Rohstoffe wie Öl branchenübergreifend preistreibend wirken, was wiederum die Inflation anheizen könnte und Zinsspekulationen an den Märkten verstärkt. Im Vergleich zu europäischen Werten präsentiert sich der US-Dollar momentan schwächer gegenüber dem Euro, was gerade für exportorientierte US-Unternehmen spürbar sein könnte.