Linken-Vorsitzende sieht mögliche Neuwahlen aufziehen

Ines Schwerdtner, Co-Chefin der Linkspartei, hält angesichts der aktuellen Regierungskrise vorgezogene Neuwahlen für wahrscheinlich.

heute 09:59 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal ist es ein Satz, der alles sagt. Ines Schwerdtner, die mit an der Spitze der Linken steht, hat am Donnerstag offenen Klartext gesprochen: Sie traue der Ampel-Regierung schlicht nicht mehr über den Weg, erklärte sie bei einem Auftritt im RTL/ntv-Studio. Ganz ehrlich, so wirkte es zwischen den Zeilen, das Vertrauen sei längst verbraucht. Die Regierung hänge so sehr in den eigenen Querelen fest, dass sie, Zitat: „nicht einmal mehr zentrale Reformen durchbringen kann“. Stattdessen – sagt Schwerdtner – sei der vorgeschlagene Haushalt „voller Luftnummern“. Eine Lösung? Sie sehe sie nicht. Und weiter: „Darum wünsche ich mir, dass das jetzt in einem geordneten Verfahren besser gelöst wird. Aber, wie gesagt – mein Vertrauen ist weg." Ungewöhnlich scharf kritisiert sie daneben CDU-Mann Friedrich Merz. Während der, so Schwerdtner, aus einer privilegierten, privatversicherten Position über die große Last klage, werden „Gesundheitsreformen durchgedrückt, die wieder einmal die gesetzlich Versicherten hart treffen“. Dass die Bundesregierung zu den unbeliebtesten gehört, findet sie dabei nur logisch.

Schwerdtner bringt deutliche Zweifel am Fortbestand der aktuellen Bundesregierung zum Ausdruck und wirft ihr vor, nicht mehr handlungsfähig zu sein. Neben massiver Kritik am Bundeshaushalt und fehlenden Fortschritten bei Reformen prangert sie auch die Gesundheitspolitik insbesondere mit Blick auf Ungleichheit zwischen privat und gesetzlich Versicherten an. Unterdessen verschärft sich der innerkoalitionäre Streit tatsächlich, jüngste Umfragen bestätigen die Unzufriedenheit im Land – und in den Medien kursieren bereits Szenarien, wie sich mögliche Neuwahlen konkret gestalten könnten. Recherchen zeigen, dass die Ampel-Koalition intern immer mehr unter Druck gerät: Die Haushaltskrise, Konflikte etwa über die Kindergrundsicherung und stagnierende Reformprozesse sorgen für offene Kritik auch aus der eigenen Partei. Laut aktuellen Berichten werden Neuwahlen tatsächlich wieder häufiger diskutiert – mögliche Kandidaten, Szenarien und Koalitionsoptionen für den Fall einer vorzeitigen Wahl füllen inzwischen Kommentarspalten und Analysen in Politik und Medien.

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