Die Vorkommnisse in Dresden, bei denen Ordnungskräfte mitten aufs Spielfeld mussten, um die Lage halbwegs zu beruhigen – für Reul ist da eine Schwelle überschritten worden. Interessant, wie er das formuliert: 'Wenn nur noch Polizisten auf dem Platz helfen können, ist klar, dass es so nicht weitergeht.' Dennoch will er die Tür zum Dialog offen halten, spricht von weiteren Treffen mit DFL, DFB sowie den Vereinen – und schiebt das Thema auf die Agenda der nächsten Innenministerkonferenz. Gleichzeitig nimmt der politische Druck zu: Immer öfter ist davon die Rede, dass Clubs sich finanziell beteiligen sollen, wenn Hochrisikospiele Polizeieinsätze erfordern. Auch Sachsens Innenminister Schuster (ebenfalls CDU) will die jüngsten Geschehnisse dort zum Anlass nehmen, die Diskussion in der IMK fortzuführen. Es bleibt abzuwarten, ob Worte diesmal in Taten münden oder erneut alles in Scheinlösung versickert. Überhaupt fragt man sich: Reicht Reden? Oder muss irgendwann härter durchgegriffen werden?
Die erneuten Ausschreitungen beim Fußballspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC werfen ein grelles Licht auf die ungelöste Problematik der Gewalt rund um deutsche Fußballspiele. Innenminister Reul signalisiert zwar Dialogbereitschaft, zugleich werden Stimmen lauter, die mehr Verantwortung und Kostenbeteiligung vonseiten der Vereine fordern, insbesondere bei sogenannten Hochrisikospielen. In Medienberichten wird zudem betont, dass bei der kommenden Innenministerkonferenz verstärkt über neue Strategien und möglicherweise schärfere Maßnahmen gegen Fangewalt diskutiert werden könnte. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass auch auf Bundesebene sowohl die Polizeigewerkschaften als auch Fußballverbände zunehmend die Debatte mitprägen; Themen wie Prävention, Stadionverbote und innovative Fanarbeit werden wieder präsenter diskutiert. Laut Medienberichten scheinen auch Vorfälle in anderen Bundesländern Anlass zu geben, das bestehende Sicherheitskonzept einer Generalüberholung zu unterziehen.