Die Regierung in Südkorea nimmt einen bemerkenswerten Schritt in Angriff: Der Won, bislang eher heimisch, soll künftig problemlos auch im Ausland gehandelt werden können. Dies verkündete das Finanzministerium am Sonntag und unterstrich, dass man einen detaillierten Plan zur ‚Internationalisierung‘ der eigenen Währung ausgearbeitet habe. Im Kern geht es darum, dass auch Leute außerhalb Südkoreas den Won künftig unkompliziert kaufen oder nutzen könnten – ein Novum, wenn man die bisherigen Einschränkungen betrachtet.
Was steht konkret an? Erst einmal müssen funktionierende Strukturen für den Währungshandel fernab der eigenen Landesgrenzen („offshore“) aufgebaut werden. Vor allem auch technische Dinge – wie die Infrastruktur für Überweisungen und Liquidität –, aber genauso die oft sperrigen Regeln und rechtlichen Hürden, welche Ausländer bislang von Wondeals abschrecken. Das Ministerium ist überzeugt, dass so ein internationaler Won Vorteile bringt: günstigere Bedingungen auf den Kapitalmärkten, weniger Aufwand und Kosten für Unternehmen beim Geldtausch und Schutz vor Kursschwankungen. Wirklich Schritt für Schritt umgesetzt, könnte das ein spürbarer Modernisierungsschub werden. Allerdings: Der Teufel steckt (wie üblich) wohl in den Details.
Südkorea verfolgt mit dem Vorhaben, den Won zu einer frei konvertierbaren Währung zu machen, ein ambitioniertes Ziel, das die wirtschaftliche Bedeutung des Landes weiter stärken könnte. Während derzeit viele Währungen (z.B. US-Dollar, Euro, Yen) ohne größere Einschränkungen rund um den Globus gehandelt werden, ist der Won bislang durch diverse Regularien und Hürden außen vor. Sollte die Regierung das Projekt erfolgreich abschließen, erwarten Experten, dass sich nicht nur die internationalen Finanzströme nach Seoul verlagern könnten, sondern auch koreanische Unternehmen eine robustere und wettbewerbsfähigere Position auf globalen Märkten erhalten. Zudem könnte das Vertrauen internationaler Investoren in Südkorea gestärkt werden, wobei ein offener Währungsmarkt auch Risiken, etwa stärkeren Schwankungen, mit sich bringt. In den letzten Tagen berichten mehrere internationale Medien, dass auch andere asiatische Währungen ähnliche Liberalisierungsideen erwägen – als Antwort auf globale Unsicherheiten und geopolitische Spannungen.