Tabaksteuer soll ab 2027 stärker steigen – Koalition plant kräftigere Erhöhungen als angekündigt

Die Regierungskoalition will die Tabaksteuer ab 2027 spürbar stärker anheben als bisher bekannt – das betrifft sowohl Raucher als auch die Staatsfinanzen.

heute 12:24 Uhr | 2 mal gelesen

Ohne großes Tamtam, aber definitiv gravierend: Im Bundestag kursiert aktuell ein gemeinsamer Antrag von Union und SPD, der höhere Tabaksteuern vorsieht, als bislang öffentlich bekannt – wieder aufgetaucht durch ein Leak an die 'Rheinische Post'. Die entscheidenden Zahlen stecken im Detail und zeigen: Raucher müssen sich auf ein erheblich teureres Laster einstellen, und der Fiskus kann sich auf eine satte Einnahmespritze freuen.

Überraschende Staffelung: Die Steuer steigt rasanter als gedacht

Nun kommt die Pointe: Statt 35,8 Cent pro Zigarette, wie bisher bis 2030 geplant, legt der Staat laut Änderungsantrag noch eine Schippe drauf und will auf 38,19 Cent bis Februar 2031 erhöhen. Klingt vielleicht wie Kleinvieh, aber in der Masse wächst daraus ein bemerkenswerter Betrag. Die geplanten Stufen: 2027 klettern die Zigarettensteuern auf 29,49 Cent, dann geht’s 2028 auf 32,15 Cent, danach 35,04 Cent und schlussendlich 38,19 Cent, wie ein abschließender Paukenschlag. Am Ende bleibt: Mehr Geld fließt ans Finanzamt, weniger bleibt den Rauchern im Geldbeutel.

Tabak-Alternativen: Auch Selbstgedrehte und Pfeifen sind betroffen

Meist hinten runtergefallen: Die geplanten Steueranpassungen greifen auch bei Tabakalternativen – von Drehtabak über Zigarren bis zur Pfeife. Das Ziel leuchtet ein: Der Staat will die milliardenschwere Haushaltslücke schließen. Experten gehen laut den aktuellen Zahlen davon aus, dass 2027 schon 1,5 Milliarden Euro mehr in die Kassen gespült werden, was mehr als doppelt so viel wie bislang kalkuliert ist. Für 2030 rechnet man sogar mit 4,4 Milliarden Euro Zusatz – knapp eine Milliarde mehr als bislang vorhergesagt.

Mehr Einnahmen, weniger Raucher – Wunschdenken?

Doch hilft’s am Ende? Wird wirklich weniger geraucht, weil’s immer teurer wird, oder blüht schlicht der Schwarzmarkt? Die Erfahrung zeigt: Oft macht der Preis den Unterschied, aber Grauzonen tun sich gerne auf. Es bleibt eine gewisse Skepsis, ob so eine reine Steuermaßnahme nicht nur das Geschäft ins Schattenreich verlagert und der gesundheitspolitische Nutzen begrenzt bleibt. Und: Knappheit an öffentlichen Diskussionen scheint bemerkenswert, viele Parteien verweisen nach außen vor allem auf den Gesundheitsschutz – wie ehrlich das letztlich gemeint ist, darf man kritisch hinterfragen.

Kurz und knapp: Die Große Koalition plant, die Tabaksteuer ab 2027 deutlich stärker stufenweise zu erhöhen als bisher bekannt, was Milliarden an Mehreinnahmen für den Staat bedeutet und den Preis pro Zigarette über vier Jahre hinweg fast kontinuierlich steigen lässt. Betroffen von den Steueranhebungen sind sämtliche Tabakwaren – einschließlich selbst gedrehter Zigaretten und Pfeifentabak; gesundheitliche Ziele und Haushaltsinteressen stehen dabei gleichermaßen im Vordergrund. Kritiker äußern jedoch Zweifel, ob sich der Konsum tatsächlich so deutlich reduzieren lässt oder nicht vielmehr illegale Märkte profitieren; insgesamt spiegelt die Debatte sowohl finanzpolitische als auch gesundheitspolitische Interessen wider. Weitere Informationen laut aktuellen Pressequellen: Die Süddeutsche berichtet, dass die Regierung die Tabaksteuer nicht nur zur Haushaltssanierung sieht, sondern explizit auch den Kampf gegen Jugendrauchen hervorhebt, insbesondere da 2024 ein erneuter Anstieg beim Einstieg von Minderjährigen ins Rauchen verzeichnet wurde. Auch die FAZ beleuchtet den internationalen Vergleich und merkt an, dass in ganz Europa die Steuern auf Tabak steigen, um die Gesundheitskosten zu bremsen, Deutschland aber mit der geplanten Reform zur Spitzengruppe aufschließen würde. Zeit.de hebt hervor, dass Branchenverbände eindringlich vor explodierender Steuerflucht und dem Abdriften steuerpflichtiger Umsätze ins Ausland warnen, es in den Ausschüssen aber parteiübergreifend kaum ernsthafte Gegenstimmen gibt und die Reform deshalb als politisch relativ sicher gilt.

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