Geografisch betrachtet zeigt sich ein sehr gemischtes Bild: Während Bundesländer wie Bremen oder das Saarland die 50-Prozent-Marke knacken, dümpeln Sachsen, Berlin und Schleswig-Holstein am unteren Rand herum. Viel Dynamik gibt es im Vergleich zum Vorjahr offensichtlich nicht – ein sturer Status quo, der Fragen aufwirft: Landen wir hier in einer Dauerstagnation?
Auch wenn die tarifliche Absicherung vieler Arbeitnehmer weiterhin bei knapp der Hälfte stagniert, bleibt die soziale Spaltung zwischen Branchen und Regionen sichtbar. Aktuelle Diskussionen fokussieren sich auf Möglichkeiten zur Stärkung der Tarifbindung, etwa durch politisch flankierte Maßnahmen wie ein erleichtertes Nachzeichnen von Tarifverträgen durch nicht organisierte Unternehmen oder gezielte Förderungen tariflicher Strukturen. Interessanterweise melden Gewerkschaften mittlerweile eine Zunahme der Tarifbindung in einzelnen Branchen wie dem Öffentlichen Dienst, während Dienstleistungs- und Kreativbereiche weiterhin Nachholbedarf haben. Neuere Debatten drehen sich auch um die Zukunft von Branchentarifverträgen angesichts des Booms von atypischer Beschäftigung und Plattformarbeit, sowie um die Frage, ob und wie junge Beschäftigte stärker für Gewerkschaften gewonnen werden können. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Besonders in einzelnen Bundesländern, etwa in Bremen, gibt es Initiativen zur Reaktivierung von Tarifverträgen. Noch bleibt aber unklar, ob damit der Durchbruch gelingt.