Israels nächtlicher Luftangriff auf syrische Stellungen

In der Nacht zum Freitag setzte Israel gezielte Angriffe gegen Anlagen in Südsyrien – als Reaktion auf Gewalt an der drusischen Volksgruppe.

heute 10:00 Uhr | 5 mal gelesen

Die Armee Israels meldete, dass ihre Jets ein militärisches Hauptquartier sowie Waffenlager auf syrischem Regierungsgebiet ins Visier genommen und getroffen haben. Der Hintergrund: Vor kurzem ist es zu Übergriffen auf Angehörige der drusischen Minderheit in Syrien gekommen. Israel betonte, Attacken auf Drusen würde man keinesfalls akzeptieren — und sicherte der Minderheit weiter Schutz zu. Interessant, denn normalerweise liegen im Fadenkreuz der israelischen Luftwaffe eher iranische Posten oder Unterstützer der Hisbollah, die aus dem Libanon agieren. Doch mit diesem Angriff verschiebt sich der Fokus zumindest temporär ein Stück weit – was bei mehr als einem Beobachter Sorgenfalten auf die Stirn zaubern dürfte. Dass die Lage am syrisch-israelischen Grenzgebiet ohnehin gespannt ist, braucht wohl kaum besondere Erwähnung – von Entspannung keine Spur. Was bleibt, ist Unsicherheit.

Israel hat mit gezielten Luftschlägen in Südsyrien ein Ausrufezeichen gesetzt – angeblich zum Schutz von Drusen, die dort Opfer von Gewalt wurden. Interessant: Anders als sonst lag das Ziel diesmal nicht nur bei iranischer oder Hisbollah-naher Infrastruktur, sondern traf unmittelbar syrische Regierungsstellungen. Während die internationale Gemeinschaft die zunehmend fragile Lage mit Sorge betrachtet, warnen Analysten inzwischen, dass die Grenzregion zwischen Israel und Syrien mehr und mehr zum Pulverfass werden könnte. Nach Berichten der FAZ hat Israel am Freitag zahlreiche Ziele in Syrien attackiert, während die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehrere Todesopfer meldet (Quelle: FAZ). Der Guardian berichtet von zunehmenden Spannungen in der Grenzregion, die durch militärische Manöver und Drohnenüberflüge weiter verschärft werden (Quelle: The Guardian). Zeit Online hebt hervor, dass Israel zuletzt auch interne Bedrohungen und Raketen aus dem Gazastreifen als Grund für seine Attacken nannte (Quelle: Zeit Online).

Schlagwort aus diesem Artikel