Sachsen-Anhalts Ministerpräsident sieht Tankrabatt als Rettungsanker

Weil der Bundesrat die sogenannte 'Entlastungsprämie' gestoppt hat, will Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) aus Sachsen-Anhalt, dass der Tankrabatt weiter läuft – und das konsequent, bis die Krise im Nahen Osten vorbei ist. Für ihn ist günstiger Sprit im Osten mehr als ein politisches Manöver.

heute 12:52 Uhr | 1 mal gelesen

Im Alltag vieler Menschen auf dem Land – ob auf dem Feld, im Pflegeheim oder auf dem Weg zur Werkstatt – bedeutet hohe Mobilität auch hohe Kosten. Sven Schulze machte gegenüber der 'Rheinischen Post' deutlich, dass speziell in Sachsen-Anhalt das Tanken keine Kleinigkeit, sondern entscheidend für den Alltag sei. Der Tankrabatt, so Schulze, sollte mindestens so lange bleiben, bis die Unsicherheiten im Nahen Osten nachlassen und sich die Märkte beruhigen. Ein entsprechender Vorschlag wurde bereits in den Bundesrat eingebracht. Gleichzeitig verteidigte Schulze das Veto der Länderkammer zur Entlastungsprämie: Die Hilfe, wie sie vom Bund angedacht wurde, käme aus seiner Sicht schlicht bei den Falschen oder zu wenigen an. Die Auseinandersetzung um die Unterstützung – daran erinnerte der CDU-Politiker – sei kein Machtkampf einzelner Köpfe wie Merz, sondern eine Frage, ob Bund und Länder offen miteinander an Lösungen arbeiten. Ein Satz, so scheint’s, der in der aktuellen Gemengelage fast schon wie eine Einladung zum Dialog klingt.

Sven Schulze pocht auf eine Verlängerung des Tankrabatts, um insbesondere Menschen in ländlichen Regionen wie Sachsen-Anhalt finanziell zu entlasten, da dort lange Pendelwege häufig notwendig sind und die Spritpreise eine hohe Belastung darstellen. Der jüngste Streit um die Entlastungsprämie im Bundesrat verdeutlicht die Diskrepanzen zwischen Bund und Ländern: Während man Entlastungen grundsätzlich befürworte, gibt es Zweifel am bisherigen Konzept, weil es zu undifferenziert sei und viele Betroffene schlicht vergessen wurden. Aktuelle Berichte aus anderen Bundesländern zeigen zudem, wie sehr die Preissprünge an der Zapfsäule die Bevölkerung verunsichern, während auf Bundesebene über gezieltere Unterstützungen und eine engere Zusammenarbeit mit den Ländern diskutiert wird. Weitere Gespräche und mögliche Kompromisse zwischen Länder- und Bundespolitik sind in den nächsten Wochen zu erwarten.

Schlagwort aus diesem Artikel