Was für eine erneute Tragödie: Ein französischer Blauhelmsoldat ist am vergangenen Samstag ums Leben gekommen, drei Weitere wurden teils schwer verletzt – offenbar wurden sie, während sie einer ominösen Meldung über Sprengsätze nachgingen, in einen Hinterhalt gelockt. Laut ersten Erkenntnissen tappt man im Dunkeln, doch vieles deutet auf einen Angriff durch nichtstaatliche Akteure hin – Stichwort: Hisbollah. Die Soldaten der UNIFIL waren gerade dabei, eine Landstraße zwischen zwei UN-Stützpunkten im Südlibanon zu inspizieren, als plötzlich das Feuer auf sie eröffnet wurde. Es ist schon der dritte schwere Vorfall binnen weniger Wochen – und das mitten in einer eigentlich vereinbarten zehntägigen Waffenruhe (seit dem 16. April).
Guterres lässt an Deutlichkeit wenig vermissen: Sämtliche Konfliktparteien hätten nicht nur zur Ruhe, sondern auch zum Respekt internationaler Regeln aufzurufen. Vor allem forderte er, die Angriffe auf Friedenskräfte sofort zu unterlassen, das UN-Personal zu schützen und deren Neutralität und Sicherheit zu achten. Denn Angriffe auf solche Missionen – es ist mehr als eine bloße Schlagzeile, es ist ein Angriff auf den Versuch, Frieden überhaupt erst möglich zu machen. Interessanter Nebengedanke: In Momenten wie diesen spürt man das fragile Fundament, auf dem internationaler Friede ruht.
Der erneute tödliche Angriff auf UN-Blauhelmsoldaten im Südlibanon markiert einen bitteren Rückschlag für die ohnehin zarte Waffenruhe und verdeutlicht, wie gefährlich und komplex die Lage in der Region bleibt. Friedenstruppen geraten immer wieder zwischen die Fronten rivalisierender Gruppen – insbesondere die Rolle der Hisbollah sorgt für anhaltende Unsicherheit und politische Spannungen, verstärkt durch die brüchigen regionalen Machtverhältnisse. Medienberichten zufolge ist die UNIFIL-Mission derzeit wiederholt Ziel von Attacken, was internationale Rufe nach Schutz des UN-Personals und nach Einhaltung des Völkerrechts lauter werden lässt.
Recherchen von DW, Zeit Online und FAZ unterstreichen, dass der Libanon seit Wochen von einer Welle der Gewalt im Grenzgebiet erschüttert wird, wobei nicht nur Friedenssoldaten, sondern auch Zivilisten massiven Gefahren ausgesetzt sind. Während Diplomaten eilig versuchen, erneute Gespräche über einen nachhaltigen Waffenstillstand zu initiieren, wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation, auch angesichts der sich verschärfenden Versorgungssituation im Land. Neu ist, dass aus diplomatischen Kreisen zunehmend über einen verstärkten Mandatsschutz und sogar über Evakuierungsszenarien für besonders gefährdete Einheiten diskutiert wird.